Hamburg: Grundstücksmangel führt zur Wohnungsnot

25. April 2011 | von

Das Hamburger Wohnungsbauunternehmen „Saga GWG“ kann der Forderung des Senats von 1.000 Wohnungen pro Jahr erst ab 2013 nachgehen. Es gebe zu wenige Grundstücke für den Wohnungsbau, so die Saga. Neubauprogramme sind erst in fünf bis sechs Jahren zu erwarten.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz hatte der kommunalen Siedlungs-Aktiengesellschaft Hamburg (Saga) beauftragt, die Engpässe bei bezahlbaren Wohnungen mit 1.000 neu gebauten Wohnungen pro Jahr zu beseitigen. Doch davon ist das Wohnungsunternehmen weit entfernt: Tatsächlich werden in diesem Jahr gerade einmal 41 Wohnungen fertiggestellt, im nächsten Jahr sollen 287 Wohnungen folgen. Im Jahr 2010 wurde mit dem Bau von 226 neuen Wohneinheiten begonnen, Ende 2011 werden weitere 562 Wohnungen gebaut. Laut Saga könne das Ziel von 1.000 neuen Wohnungen erst 2013 erreicht werden.

Eine der Ursachen für die geringen Neubauzahlen in Hamburg ist laut Saga GWG das mangelnde Angebot an bezahlbaren und baureifen Grundstücken. „Wenn also die Taktzahl an Neubauten erhöht werden soll, sind wir auf städtische Grundstücke angewiesen. Mit den Angeboten des privaten Markts können wir Wohnungen in unserer Preiskategorie nicht erstellen.“, teilte Saga GWG Konzernsprecher Basse „Welt Online“ mit.

Engpässe bei Wohnungen für Ein-und Zweipersonenhaushalte

Zudem stehen die Bedarfszahlen, welche von bis zu 90.000 neuen Wohnungen ausgehen, in der Diskussion. Laut Saga-Sprecher Basse gebe es gar keine aktuellen Zahlen, die über das derzeitige Angebot sowie die Nachfrage berichten. Nach Meinung der Saga bestehen die Engpässe vor allem bei günstigen Wohnungen für Ein- und Zweipersonenhaushalte, mit 5.000 bis 6.000 neuen Wohnungen jährlich in Folge sei die Lücke aber zu schließen, so die Saga.

Der stetige Nachfragedruck auf dem Hamburger Wohnungsmarkt addiert sich aus der wachsenden Zuwanderung und der zunehmenden Singularisierung der Gesellschaft. Die Aufgabe der Hansestadt bestehe nun darin, flexibel und langfristig zu planen.
Grundsätzlich seinen laut Basses Aussagen die Hamburger Wohnungspreise im Vergleich zu anderen norddeutschen Städten moderat. 2009 lagen bei der Saga die Mieten für den freifinanzierten Wohnungsbau bei durchschnittlich 5,64 Euro pro Quadratmeter, in Rostock hingegen bei vergleichbaren Unternehmen bei 5,50 Euro.


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