Münchener Hausverlosung endet mit Bewährungsstrafe

28. April 2011 | von

Die Bewährungsstrafe für den Veranstalter einer Hausverlosung wurde jetzt vom Bundesgerichtshof (BGH) bestätigt. Der 54-jährige hatte von Dezember 2008 bis Februar 2009 ein rechtswidriges Gewinnspiel im Internet veranstaltet, bei dem es eine Doppelhaushälfte in München zu „gewinnen“ gab.

Eine Hausverlosung im Internet – mit diesem verlockenden Angebot hatte der Münchener zwischen Dezember 2008 und Februar 2009 geworben. Das erfolgsversprechende Gewinnspiel entpuppte sich jedoch als großer Reinfall: Die Verlosung fand nicht statt, das Landgericht München verurteilte den Mann zu einer 2-jährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung. Der BGH wies die Revision des Veranstalters nun zurück, die Haftstrafe auf Bewährung ist damit rechtskräftig.

Der Veranstalter hatte versucht, sein Haus in Baldham bei München im Internet per „Wissenstest“ zu verlosen. Die Teilnehmer mussten lediglich eine Teilnahmegebühr von 19 Euro zahlen und einige Quizfragen beantworten. Die Interessenten ahnten den Betrug nicht, da auf der Internetseite der Eindruck von einem rechtkräftigen und seriösen Gewinnspiel erweckt wurde. Die Behörden nahmen das als gewinnversprechend angepriesene Spiel genauer unter die Lupe und wiesen auf die rechtliche Prüfung der Hausverlosung hin. Folglich wurde das Gewinnspiel von den Behörden untersagt und die vielversprechende Verlosung gestrichen.

Bis dato hatten aber die 18.294 Teilnehmer an den Veranstalter eine Summe von insgesamt 404.833 Euro gezahlt, von der der Veranstalter einen minimalen Betrag von 5.000 Euro an die Spieler zurückzahlte. Der Rest des Geldes wurde von dem Mann jedoch für persönliche Zwecke genutzt.

Der BGH verwies, wie auch schon das Landgericht München, auf den Tatbestand des Betrugs hin und bestätigte das Urteil des LG Münchens. Die 2-jährige Bewährungsstrafe sei laut den Bundesrichtern sogar unter dem eigentlich angedachten Strafmaß.

AZ: 1 StR 529/10


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Ein Kommentar zu Münchener Hausverlosung endet mit Bewährungsstrafe

  1. Baugutachter sagt:

    Über 18.000 Teilnehmer sind schon beeindruckend. Auch wenn ein Gewinnspiel noch so einem seriösen Eindruck macht, ich würde niemals 19 Euro zahlen oder Kontonummer etc. angeben. Die Bestrafung mach wohl OK sein, aber haben die Teilnehmer nicht selber Schuld? Die hohe Summe mag wohl etwas irritieren, aber richtig geschädigt wurde wohl keiner.

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