Preiserhöhungen bei Schornsteinfegern: Mehr Geld fürs Fahren

10. Mai 2011 | von

Für Mieter und Vermieter könnte der Besuch des Schornsteinfegers erneut teurer werden. Grund sind strengere Klimavorgaben und höhere Fahrtpauschalen. Erst im vergangenen Jahr wurden die Honorare der schwarzen Innung kräftig angehoben.

Schornsteinfeger profitieren noch immer von ihrem Image als Glücksbringer – doch mit einem erneuten Drehen an der Gebührenschraube könnte sich dies jedoch schnell ändern. Denn um die angestrebten Energiesparziele der Bundesregierung zu erreichen, sollen Hauseigentümer zukünftig die Kohlenmonoxidmessungen ihrer Heizungen jährlich durchführen lassen.

Damit soll durch eine optimale eingestellte Heizung der Schadstoffausstoß eingedämmt werden. Bislang waren die Überprüfungen in einem Turnus zwischen zwei und fünf Jahren üblich. Erst im vergangenen Jahr stiegen die Schornsteingebühren durch die Einführung einer bundeseinheitlichen Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) in einigen Bundesländern um 20 Prozent, in diesem Jahr sollen in Städten wie Hamburg, Bremen und Berlin zudem die Fahrkostenpauschale um 32,7 Prozent angehoben werden.

Neue Reform stößt auf starke Kritik

Grundlage der Reform bildet ein Gutachten des Technischen Überwachungsvereins (TÜV) Hessen, welches allerdings bislang noch nicht veröffentlicht wurde. Der Grund der Gebührenerhöhung liegt somit im Dunkeln und kann bislang noch nicht überprüft werden. Allerdings muss erst der Bundesrat über die Inkraftsetzung der KÜO Reform abstimmen. Reformgegner hoffen auf einen Beschluss zugunsten von Mietern und Eigentümern und fordern, dass die Pläne der Bundesregierung doch nicht in Kraft gesetzt werden.

Schornsteinfeger fordern keine Preiserhöhung
Die schwarze Zunft sieht eine Preiserhöhung ihrer Leistungen nicht für notwendig. „Wir können mit der derzeitigen Gebührenordnung gut umgehen und haben nichts Negatives zu berichten“, äußert sich Achim Heckel, Sprecher des Bundesverbands des Schornsteinfeger-Handwerks gegenüber „welt.de“.

Doch der Mieterbund und der Eigentümerverband kritisieren die KÜO-Reform stark. „In zahlreichen Bundesländern sind die Schornsteinfegerkosten bereits durch die Einführung der bundeseinheitlichen KÜO im vergangenen Jahr massiv gestiegen“, sagt Susan Naumann, Juristin bei Haus & Grund in Kiel „welt.de“. Kommen dann auch noch Erhöhungen der Öl-sowie Gaspreise hinzu, gelangen Mieter und Vermieter schnell an ihre finanziellen Grenzen. Der Mieterbund moniert die weiter steigenden Belastungen für die Haushalte, die bereits jetzt oft an ihrer finanziellen Grenze angelangt sind.


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