Studie: Wohnungsprivatisierung soll energetische Sanierung vorantreiben

18. Mai 2011 | von

Die Einbringung von privatem Kapital in die Wohnraumversorgung soll die Zukunftsfähigkeit der Wohnungsbestände in Deutschland sicherstellen. Zu diesem Ergebnis kommt eine wohnungswissenschaftliche Untersuchung der Deutschen Wohnen AG.

Die strengen Klimaschutzziele der Politik, aber auch der demografische Wandel der Gesellschaft stellt die Wohnungswirtschaft vor große Herausforderungen. Wie hoch sind die Kosten für den Umbau des Wohnungsbestandes einer stark alternden Gesellschaft? Und was kostet es, Wohnungen energetisch zu sanieren? Mit diesen Fragen haben sich die Deutsche Wohnen AG und die Technische Universität Darmstadt auseinandergesetzt und versucht, mit einem Thesenpapier unter dem Titel „Wohnungswirtschaft im Wandel: Möglichkeiten und Grenzen öffentlicher Finanzierung in der Wohnraumversorgung“ einen Weg aus der Finanzierungskrise zu finden.

Thesenpapier als Diskussionsgrundlage

Michael Zahn, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Wohnen AG, stellt fest, dass die Wohnungswirtschaft vor einer großen finanziellen Herausforderung steht. So soll zum einen der demografische Wandel, zum anderen aber auch der Klimaschutz in den Wohnungsumbau mit einfließen, welches folglich zu großen Kosten für die Wohnungswirtschaft führen wird. Die Dreigliedrigkeit des deutschen Wohnungsmarktes hat sich jedoch bisher bewährt, neben privaten stehen genossenschaftliche und kommunale Unternehmen bereit. Der Zusammenschluss einiger Investoren mit Partnern aus den Kommunen soll jetzt die finanzielle Problematik lösen. Wichtig hierbei sei ein fairer Umgang mit allen beteiligten Personen aus Bund, Ländern und Kommunen sowie die Definition von gemeinsamen Zielen. Aus der Wohnprivatisierung der vergangene Dekade müsse laut Michael Zahn eine Lehre gezogen werden, um zukünftig Fehler zu vermeiden. Als Diskussionsgrundlage dient hierfür das Arbeitspapier der Universität Darmstadt und der Deutschen Wohnen AG.

Studie plädiert für Privatisierung

Demach sind Maßnahmen und Investitionen von circa 78 Milliarden Euro für die energetische Sanierung und nochmals 19 Milliarden Mehraufwand für barrierefreies Wohnen bis zum Jahr 2020 erforderlich. Bleibt jedoch die Frage offen, woher das notwendige Kapital zur Sicherstellung eines quantitativ und qualitativ angemessenen Wohnungsbestands zukünftig kommen soll. Auch für diese Frage hat das Papier die passende Antwort: Mit der Einbringung von privatem Kapital in die Wohnraumversorgung sowie klar definierter Ziele und Rahmenbedingungen soll die Zukunftsfähigkeit der Wohnungsbestände in Deutschland sichergestellt werden.

Oftmals wird jedoch die volkswirtschaftliche Bedeutung der Wohnungswirtschaft von Seiten der Politik, aber auch der Gesellschaft stark unterschätzt. Die derzeit 39 Mio. Wohnungen in Deutschland bilden jedoch den größten Kapitalposten: Mit 4 Billionen Euro Kapital waren 2010 52% des gesamtwirtschaftlichen Kapitalstocks in Wohnungen gebunden. Dabei bieten vor allem funktionierende Wohnungsmärkte s einen Standortvorteil im internationalen Wettbewerb, zudem sie relevant für ein funktionierendes Finanzsystem. Auch als wichtiges Element der privaten Altersversorgung sind Immobilien wichtig, schließlich werden 34% des privaten Vermögens in Deutschland in Wohnimmobilien investiert.


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