Immer Ärger mit der Gagfah: Brennan unter Insider-Verdacht

24. Mai 2011 | von

Die Immobilienfirma Gagfah kommt weiter nicht aus den Negativ-Schlagzeilen. Nachdem die Aktien des Konzerns nach Meldungen am Montag kräftig nachgegeben haben, steht Vorstandschef William Brennan auch noch eine Klage wegen Insider-Handels ins Haus.

Das luxemburgische Immobilienunternehmen Gagfah kommt auch weiterhin nicht auf einen grünen Zweig. Gestern wurde bekannt, dass das Unternehmen für das vergangene Quartal keine Dividende auswerfen will, um das Geld statt dessen in den Wohnungsbestand zu investieren. Diese Entscheidung habe nach Auskunft eines Börsianers den Kurs belastet: Die Aktien der Immobilienfirma haben am Freitag nach Zahlen vom Vorabend deutlich nachgegeben (fast 11%) und sind damit an das Ende des MDax gerutscht. Zuvor war das Unternehmen von der Stadt Dresden auf Grund nicht eingehaltener Vertragsklauseln auf 1,08 Milliarden Euro verklagt: Die Gagfah hatte beim Verkauf von Wohnungen die vereinbarte Sozialcharta ignoriert, Berichte von Schimmelwohnungen und Ähnlichem machten auch aus anderen Städten die Runde.

Brennan wird wegen Insider-Handel geprüft

Heute wird bekannt, dass Vorstandschef William Brennan schon im Voraus von der geplanten Klage Kenntnis hatte. Nachdem Verhandlungen mit der Stadt Dresden gescheitert waren, verkaufte Brennan Aktien im Wert von 4,7 Millionen Euro. Das Nachrichtenmagazin Spiegel bringt den Vorwurf in der aktuellen Ausgabe auf den Punkt: Insider-Handel. Nicht nur, dass Brennan zum Zeitpunkt des Verkaufs wusste, dass nach den gescheiterten Verhandlungen und einem geplatzten Vergleichs-Deal der Stadt im Grunde nur noch die Klage blieb. Darüber hinaus findet sich in den Verhandlungsblättern ein Vermerk, dass Dresden eine Klagefrist bis Ende März dieses Jahres bleibt.

Alle Zeichen deuten also darauf hin, dass Brennan seine Aktie in dem Wissen verkauft hat, dass die Gagfah demnächst an der Börse abrutschen würde. Nun untersucht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) den Aktien-Deal. Sollten die momentanen Analysen den Verdacht gegen Brennan erhärten, darf dieser mit einer Klage rechnen.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion

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