German Green City Index: Deutsche Städte vorn im Umweltschutz

22. Juni 2011 | von

Die erste Umweltstudie, in der zwölf deutsche Großstädte unter die Lupe genommen wurden, zeigt, dass Deutschland in puncto Nachhaltigkeit im Vergleich mit anderen europäischen Ländern zu der Spitzengruppe gehört.

Die von der Siemens AG in Auftrag gegebene Umweltstudie Green City Index brachte zutage, dass zehn von zwölf untersuchten deutschen Städten die zweitbeste Kategorie „überdurchschnittliche gut“ von insgesamt fünf Bewertungskategorien erreichten – und damit mit europäischen Städten wie Stockholm, Brüssel oder Wien locker mithalten können. Untersucht wurden die Großstädte vom Forschungsinstitut Economist Intelligence Unit (EIU), welches die Resultate des German Green City Indexes zusätzlich mit denen des European City Index verglich. Diese Studie aus dem Jahr 2009 betrachtete bereits 29 europäische Metropolen.

Beurteilt wurden die deutschen Städte im Rahmen der Studie unter den Umweltkategorien CO2, Energie, Gebäude, Wasser, Abfall und Landnutzung, Luftqualität, Verkehr und Umweltmanagement. Besonders gut schnitten die deutschen Metropolen in den Bereichen Umweltstrategien, Wasser, Recycling und energieeffizienten Gebäuden ab. So verdeutlichte die Studie, dass die Deutschen besonders wenig Wasser verbrauchen und verantwortungsvoll mit dieser kostbaren Ressource umgehen, sowie den Umstand, dass deutsche Haushalte zwar im Vergleich ein höheres Abfallaufkommen haben, aber dafür drei Mal so viel Müll recyceln wie der Rest Europas. Verbesserungsbedürftig dagegen sind besonders die Bereiche CO2-Austoß und erneuerbare Energien, bei denen die europäischen Vergleichsstädte besser abschneiden.

Ergebnisse der deutschen Städte liegen eng beieinander

In der Spitzengruppe des German Green Index mit der Bewertung „überdurchschnittlich gut“ landeten die Städte Berlin, Frankfurt am Main, Bremen, München, Hamburg, Stuttgart, Nürnberg, Mannheim, Hannover und Leipzig. Berlin schnitt von den deutschen Städten insgesamt am besten ab. Die Auszeichnung „durchschnittlich“ erhielten die Städte Köln und Essen, die damit mit London oder Paris gleichauf liegen. Das Prädikat übrigens „weit über Durchschnitt“ hat bisher noch keine der bislang untersuchten Städte – weder deutsche, noch europäische – erhalten.

Die deutschen Städte liegen in den untersuchten Kategorien eng beieinander, was sich auf die gute
Stadtentwicklungspolitik und das ausgeprägte Umweltbewusstsein der Deutschen zurückführen lässt. Emily Jackson, Projektleiterin für die Untersuchung bei der EIU betont allerdings auch, die Studie zeige, dass Umweltschutz kein Luxus ist: „Trotz teilweise beträchtlicher Unterschiede zwischen den Städten bei Einkommen, Einwohnerzahl, geographischer Lage oder Industrieanteil hat keiner dieser Faktoren einen nachweisbaren Einfluss auf das Abschneiden im Index.“

Vergleich mit den europäischen Werten

Die Kernergebnisse zeigen, dass die deutschen Städte im Vergleich zu den europäischen Städten durchschnittlich bei Gebäuden rund 20% weniger Energie verbrauchen. Auch im Bereich der Energieeffizienz schneiden die deutschen Großstädte etwas besser ab. Allerdings fällt besonders negativ heraus, dass der Anteil der erneuerbaren Energien mit bisher nur drei Prozent vergleichsweise gering ist .Hier liegen die europäischen Städte mit ca. zwölf Prozent deutlich vorne.
Augenscheinlich treten auch die Ergebnisse der Kategorie „Verkehr“ hervor: Trotz einer aktiven und nachhaltigen Verkehrspolitik und trotz eines inzwischen gut ausgebauten Rad- und öffentlichen Nahverkehrsnetzes, nutzen knapp 50% aller Deutschen lieber das eigene Auto für die Bewältigung des Arbeitsweges – und das obwohl die deutschen Verkehrsnetzte zum Teil erheblich besser ausgebaut sind als die in europäischen Städten.

Punkten konnten die Deutschen dagegen beim Wasserverbrauch, bei dem sie im positiven Sinne führend in Europa sind. Der jährliche Pro-Kopf Verbrauch ist mit 59m³ lediglich halb so hoch wie in den europäischen Vergleichsstädten (107m³). Spitzenwerte erreichten die Deutschen auch beim Recycling.

Am schlechtesten haben die deutschen Metropolen in der Kategorie CO2-Emissionen abgeschnitten. Obwohl im Bereich Luftqualität insgesamt betrachtet durchschnittliche und überdurchschnittliche Werte erzielt wurden, beträgt der CO2-Ausstoß mit 9,8 Tonnen je Person und Jahr fast doppelt so viel wie in den europäischen Vergleichsstädten. Dies ist vornehmlich auf den hohen Anteil von Kohle im Zuge der Energiegewinnung zurückzuführen.

Studie soll den Austausch über Umweltschutz befördern

Da zum heutigen Zeitpunkt bereits drei Viertel aller Deutschen in Städten leben und sich diese Zahl bis 2050 um nochmals rund zehn Prozent erhöhen soll, erhält das Thema Stadtentwicklung im Umweltschutz einen wichtigen Platz. Das Wachstum der Städte bedeutet eine Herausforderung nicht nur für die städtischen Strukturen, sondern auch für den Umweltschutz. Der Kampf gegen den Klimawandel entscheidet sich folglich also hauptsächlich in den Städten. Dies erfordert den Ausbau grüner Technologien, und eine intelligente Umweltstrategie. Die Förderung eines Austausches über diese Vorhaben sei Anreiz der Umweltstudie, so das Statement Rudolf Martin Siegers, Leiter der Siemens AG Deutschland. Nach Europa, Asien und Lateinamerika ist Deutschland die vierte Region, in der die Umweltstudie durch Siemens in Auftrag gegeben wurde.


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