Smart-Homes: Häuser, die mitdenken

27. Juni 2011 | von

Ein Haus, das den Energieverbrauch den Bedürfnissen seiner Bewohner anpasst, ohne dass diese manuell Geräte, Licht und Heizung regeln müssen? Kein Zukunftstraum mehr dank Smart-Home-Technologie. Neben dem Energiesparaspekt garantiert das System auch Sicherheit und Komfort.

Abends ohne Aufstehen die perfekte Ausleuchtung zum Fernsehgucken, Lesen oder für lauschige Unterhaltungen im Wohnzimmer, morgens das optimal beheizte Badezimmer, nach der Arbeit wartet die Kaffeemaschine schon mit einer heißen Tasse Latte Macchiato auf seinen Abnehmer? Was wie ein Traum klingt, ist heute schon Wirklichkeit. Smart-Home-Technologie heißt das Zauberwort, das die Energieversorgung per Fernbedienung und Programmierung lenken lässt.

Dabei kann neben dem Komfort, den das System ohne Frage bietet, auch Strom gespart werden. Per Funk steuert die programmierte Smart-Home-Anlage elektronische Geräte und Heizung. Sensoren verhindern, dass Energie fahrlässig verschwendet wird: So schaltet sich die Heizung bei geöffnetem Fenster automatisch ab und hält den Energieverbrauch so auf einem geringen Level.

Die Sicherheitstechnik kann ebenfalls per Smart-Home-Steuerung geregelt werden. So werden beispielsweise Rauchmelder miteinander vernetzt, sodass der Bewohner im Brandfall umgehend gewarnt ist, oder es kann von außerhalb über Internet oder Smartphone der Zustand des Hauses – Sind alle Fenster geschlossen? Hat der Bewegungsmelder etwas wahrgenommen? – überprüft werden.

Intelligente Häuser haben ihren Preis

Einen Nachteil hat die Hauselektronik allerdings: Nach wie vor gilt die Installation als kostspielig und kompliziert. Betrachtet man nur die komplett ausgestatteten Vorzeigeobjekte einiger Zukunftsforscher, ist dieses Klischee auch sicherlich nicht von der Hand zu weisen. Beispielhaft dafür wäre das „Future Evolution House“, welches Matthias Horx im vergangenen Jahr zusammen mit Ehefrau Oona und den beiden Kindern medienwirksam bezogen hat. Das Dach und ein Teil der Außenwände des 300m²-Baus sind mit Dünnschicht-Solarmodulen belegt, die mehr Energie erzeugen sollen, als verbraucht wird. Statt mit Wänden ist das Haus mit flexiblen, elektronisch dimmbaren Glaswänden ausgestattet, die mal durchsichtig, mal undurchsichtig eingestellt werden können. Weitere Hausfunktionen können an den Wänden per Berührung gesteuert werden.

Ein solch durchgestyltes Haus hat natürlich seinen Preis. Schätzungen zufolge könnten sich höchstens vier Prozent aller deutschen Haushalte eine solche Bleibe leisten. Wesentlich billiger, aber kompliziert zu handhaben, sind Geräte aus dem Heimwerkermarkt oder gar vom Elektronikversand. Diese müssen zum Teil selbst installiert und eingestellt werden, was eine gewisse Vorkenntnis voraussetzt.

Erschwingliche Lösungen neu auf dem Markt

Preislich zwischen beiden Lösungen sind Angebote, wie sie beispielsweise Stromkonzerne wie RWE anbieten. Hier orientiert man sich an der Realität, nämlich an unsanierten Reihenhäusern und Wohnungen, die zwar in den 80ern als modern galten, heutigen Ansprüchen ans Energiesparen nicht gerecht werden. Preisgünstiger als eine Sanierung sind hier Angebote wie das RWE-SmartHome. Für 380€ schon kann das Einstiegspaket gekauft werden. Enthalten sind die nötige Zentrale (eine Box mit kleinem Bildschirm), zwei Steuerungsmodule für Heizkörper und eine Steckdose samt Schalter und Fernbedienung. Es wird also im Starterpaket berücksichtigt, dass die Heizung mit 78 Prozent den größten Energieverbrauch eines typischen Haushalts ausmacht. Werden bei einem unsanierten Einfamilienhaus circa 1.000 Euro für die Komplettausstattung aller Heizkörper mit „Smart Home“-Reglern investiert, können laut Anbieterangaben die jährlichen Energiekosten von durchschnittlich etwa 1.900 Euro um ein Zehntel gesenkt werden. Zudem kann weiteres Zubehör erworben werden, um quasi die gesamte Elektronik und Heizung samt Sicherheitstechnik über Smart-Home-Technologie zu lenken.

Kritisch gesehn werden muss aber, dass der Anbieter dieses Systems ausgerechnet ein Stromlieferant ist. So kann der Kunde zwar beträchtlich Primärenergie wie Gas und Öl sparen, die RWE-SmartHome-Technik arbeitet jedoch per Strom.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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