Konkurrenz aus China: Die deutsche Solarbranche steckt in der Krise

23. August 2011 | von

Die deutschen Firmen für Solarenergie stehen dem Kostendruck der großen chinesischen Anbieter schon beinahe hilflos gegenüber. Chinesische Hersteller können aufgrund ihrer enormen Größe einen starken Preisdruck auf andere Anbieter ausüben und zwingen viele Untenehmen in die Knie. Deutsche aber auch Solarfirmen aus der USA, die einstigen Vorreiter der Branche, sind heute der Konkurrenz ausgeliefert und verbuchen große Verluste.

Die gesamte deutsche Solarindustrie hat es schwer in diesen Tagen. Durch den Druck aus China unterliegen die Untenehmen einem Preisdruck, der es in sich hat. Zahlreiche Unternehmen schreiben rote Zahlen und einige mussten schon die Insolvenz anmelden. Fast die Hälfte der globalen Nachfrage für Solarenergie entfiel noch bis vor rund zwei Jahren auf Deutschland. Die Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hatte sich bezahlt gemacht und deswegen bot sich wenig Spielraum für die Konkurrenz. Jedoch kamen mit der Zeit die Gelder des EEG immer seltener den deutschen Solarfirmen zugute. Heute findet man die größten Hersteller in Asien, Deutschland wurde von China längst eingeholt (Spiegel Online berichtete anhand des Branchenblatts Photon). Nur noch sehr wenige Solarfirmen können sich gegen den globalen Wettbewerb behaupten und deutsche Firmen leiden enorm unter dem Preisdruck, den die großen Anbieter ausüben.

Deutsche Solarfirmen schreiben rote Zahlen

Sogar das umsatzstärkste deutsche Solarunternehmen, Q-Cells, hat nun beschlossen, die Produktion ins Ausland zu verlagern und drastisch an Personal einzusparen, nachdem das Unternehmen einen Verlust von 354,8 Millionenen Euro verbuchen musste. Auch das Hamburger Energieunternehmen Coergy, welches einst als heißer Börsentipp galt, ist heute am Ende. Einige Manager müssen sich sogar wegen Marktmanipulation, Insiderhandel und Bilanzfälschung vor Gericht verantworten. Solon, ein Berliner Solarunternehmen, konnte ebenfalls nicht dem Druck der Konkurrenz standhalten und schrieb allein im ersten Halbjahr 63 Millionen Euro Verluste. Die Liste von deutschen Unternehmen, die heute weitab vom Erfolg der Solarenergie vergangener Tage liegen, könnte noch lange so weitergeführt werden.

Der Preisdruck erreicht auch die USA

Auch US-Anbieter können sich nicht mehr dem Preisdruck aus Asien entziehen und stecken deshalb in der Bredouille. So gab der US-Hersteller Evergreen Solar nach zwei Jahren des Kampfes gegen den hohen Umsatzrückgang jetzt die Insolvenz bekannt. Das Unternehmen konnte sich nicht mehr gegen die produzierenden Mächte aus China durchsetzen, weswegen sogar die eigene Herstellung aus Massachusetts in die Volksrepublik verlegt wurde. First Solar, der einst weltweit größte Anbieter im Bereich der Solarenergie, wurde der aktuellen PRTM-Rangliste zufolge nun vom ersten Platz verdrängt. PRTM ist eine der führenden Unternehmensberatungen und berät Firmen unter anderem im Bereich opertaiver Strategien , Innovationsmanagement und Produktentwicklung. An die Stelle des Unternehmen s rückt der chinesische Anbieter Trina Solar. Auf Platz 16 liegt die deutsche Tochterfirma Aleo von Bosh, gefolgt vom Bonner Unternehmen Solarworld auf Platz 17. Deutlich wird, dass die Jahre, in denen deutsche Unternehmen auf den ersten Plätzen zu finden waren, vorbei sind. Dennoch verkündete Hans Hühn, PRTM- Geschäftsführer, dass das Bonner Unternehmen Solarworld in seiner vertikalen Intergration gut aufgestellt sei, da es den gesamten Produktionsprozess unter einem Dach vereint habe. Ihm zufolge kann das Unternehmen positiv in die Zukunft blicken und wird nicht dem Preiskampf unterliegen, sofern sich Solarworld an die Wachstumsgeschwindigkeit der chinesischen Anbieter anpassen kann.


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