Baugewerbe korrigiert Jahresprognose nach oben

7. September 2011 | von

Hans-Hartwig Loewenstein, der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB) ändert seine Prognose für das Jahr 2011. Seine Wachstumsprognose von knapp sieben Prozent übersteigt seine Schätzung im Mai um das Dreifache.

Noch im Mai 2011 ging Hans-Hartwig Loewenstein von einem Umsatzwachstum von lediglich zwei Prozent für das Jahr 2011 aus. Drei Monate später scheint sich die Lage komplett verändert zu haben. Der Präsident der ZDB prognostiziert einen Umsatz im Bauhauptgewerbe von 87,5 Milliarden Euro. Das ist eine Steigerung von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Grund für diese Verbesserung der Jahresprognose liegt hauptsächlich im Wohnungsbau, denn dieser verzeichnet die positivste Entwicklung. Im Juni dieses Jahres wurden mit 21.000 Wohnungen in Neubauten rund 29 Prozent mehr genehmigt als vor der Jahresfrist. Und auch bei den Baugenehmigungen gab es ein Wachstum in Form von 26,5 Prozent mehr Auftragseingängen. Im ersten halben Jahr 2011 ergab das insgesamt eine Umsatzsteigerung von 19 Prozent im Wohnungsbau.

Loewenstein erwartet für den Wohnungsbau in diesem Jahr eine Umsatzsteigerung von 11 Prozent. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass die politischen Rahmenbedingungen weiterhin für den positiven Trend förderlich beschaffen sind. So soll beispielsweise das KfW-Förderprogramm „Altersgerechtes Umbauen“ mit einer Förderung von 100 Millionen Euro jährlich weitergeführt werden, der AfA im Mietwohnungsbau soll von zwei auf vier Prozent erhöht werden und die energetische Gebäudesanierung sollte laut dem ZDB-Präsidenten steuerlich gefördert werden.

Entwicklung im öffentlichen Bau bleibt negativ

Während sich auch der Wirtschaftsbau positiv entwickelte und das Baugewerbe hier eine Steigerung des Umsatzes von neun Prozent erwartet, bleibt die Entwicklung im öffentlichen Bau negativ. Bemessen in Baukosten lagen hier die Baugenehmigungen im Juni dieses Jahres um 22 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Gebäudekategorien, die im letzten Jahr einen Vorteil durch Konjunkturpakete hatten, die Anstaltsgebäude sowie Schulen und Kitas, verloren um jeweils 27 und 17 Prozent.

Ebenso befinden sich die Auftragseingänge im öffentlichen Bau um sieben Prozent im Minus (Hochbau: zehn Prozent, Tiefbau: etwa sieben Prozent). Zwar sind die Umsätze noch im Plus, allerdings auch nur wegen des positiven ersten Quartals 2011, in dem ein Plus von 28 Prozent im öffentlichen Bau erwirtschaftet wurde.


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