Kinderlärm? Kein Problem, aber bitte nicht am eigenen Wohnort

9. September 2011 | von

Eine Wohnung neben Spielplatz, Schule oder Kindergarten und Co. steht bei jedem zweiten Deutschen auf der Liste der Ausschlusskriterien für die Wohnort-Wahl ganz oben. Dies ergab eine aktuelle repräsentative Studie des Immobilienportals immowelt.de zum Thema „Wohnen und Leben in Deutschland 2011“.

Im Rahmen einer Online-Befragung wurden 2.095 User, davon 1.051 Mieter und 1.044 Immobilieneigentümer, durch das Marktforschungsinstitut Innofact zum Thema „Wohnen und Leben in Deutschland“ befragt. Bei der von Immowelt in Auftrag gegebenen Studie kam zutage, dass 39 Prozent der Deutschen zwar generell nichts gegen Kinderlärm einzuwenden haben, es aber am eigenen Wohnort gerne ruhig und ohne Lärmbelästigung durch Kinder haben möchten. Ein gewisse Pufferzone zu Einrichtungen wie Schule, Kindergarten oder Spielplatz sollte nach deren Auffassung vorhanden sein. Weitere 11 Prozent gaben sogar an, dass sie sich nur in einer absolut kinderfreien Zone niederlassen würden.

34 Prozent der Befragten, also rund ein Drittel, stört Kinderlärm in der Nähe der eigenen vier Wände nicht und spielt daher auch keine Rolle bei der Wahl des Wohnortes. Nur 16 Prozent gaben dagegen an, dass sie sich über die Frage nach Kinderlärm in heimischen Gefilden noch keinerlei Gedanken gemacht hätten.

Interessant ist die Umfrage vor allem in Anbetracht dessen, dass erst zu Beginn des Jahres eine Diskussion über Mietminderung wegen Kinderlärm entbrannte. Der Bundestag hatte in der Folge mehrheitlich beschlossen, dass eine Klage wegen Kinderlärms nicht mehr zulässig ist. Das Spielen und Toben der Kinder, ob auf Spielplätzen, Kindergärten oder Schulen in Wohngebieten, wurde als nicht-schädliche Umwelteinwirkung eingestuft. Die Umfrage macht jedoch deutlich, dass das Thema Kinderlärm am Wohnort mit dem Gesetzesbeschluss zur Änderung des Bundes-Immissionsgesetzes zwar für die Regierung „ad acta“ gelegt wurde, es aber in der Bevölkerung weiterhin eine entscheidende Rolle zu spielen scheint. Immerhin lehnen 50 Prozent der Befragten das Wohnen in der Nähe von „Kinder-Brennpunkten“ ab.


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