Verstöße gegen die EnEV können Eigentümer teuer zu stehen kommen

16. September 2011 | von

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 sieht vor, dass bestimmte Sanierungsarbeiten, z.B. die Wärmedämmung von Dachgeschossen, bereits bis Ende des Jahres 2011 durchgeführt werden müssen. Bei einigen Immobilieneigentümern besteht also Handlungsbedarf. Der Verbund Privater Bauherren (VPB) warnt nun vor Bußgeldern, die Eigentümern bei Verstößen gegen die EnEV drohen.

Mithilfe der Energieeinsparverordnung (EnEV) und dem Energieeinsparungsgesetz (EnEG) hat die Bundesregierung eine Vielzahl von Regelungen eingeführt, die bei einem Neubau oder der Sanierung von Altbauten eingehalten werden müssen. Dabei reichen die Bestimmungen von der Installation der Heiztechnik über die Konstruktion und Bauweise von Dächern oder Fassaden bis hin zum Energieausweis. Damit die Projekte Neubau und Sanierung für Bauherren und Immobilienbesitzer keine finanzielle Pleite mit sich bringen, warnt der Verband Privater Bauherren (VPB) vor Bußgeldbescheiden, die drohen, wenn die Regelungen der EnEV missachtet werden. Mit Bußgeldern in der Höhe von bis zu 50.000 Euro muss, so der VPB, gerechnet werden.

Dabei können die Bußgelder bereits bei kleineren Verstößen gegen die EnEV auf Eigentümer zukommen, so zum Beispiel, wenn Heizkessel ohne CE-Prüfzeichen installiert wurden oder die Inspektionsintervalle für Gebäudeklimaanlagen nicht eingehalten werden. Ein Bußgeld von rund 15.000 Euro müssen Vermieter beispielsweise in Kauf nehmen, wenn diese dem Wunsch eines potentiellen Mieters, den Energieausweis einzusehen, nicht nachkommen.

Bauherren tragen alleinige Verantwortung

Um zu gewährleisten, dass die Vorgaben der EnEV umgesetzt und eingehalten werden, wartet der Staat nicht nur mit Bußgeldandrohungen auf, sondern es sind auch Überprüfungen durch die je nach Landesrecht zuständigen Baubehörden vorgesehen, die sich zunächst und letztendlich immer an die Bauherren selbst wenden. Diese sind schließlich für die Umsetzung aller Vorgaben verantwortlich. Aus diesem Grund haben Bauherren die fachgerechte Arbeit von beauftragten Handwerksfirmen etc. zu überprüfen und sich gegebenenfalls eine sogenannte Unternehmerbescheinigung von den beschäftigen Firmen einzuholen. Damit soll Sicherheit für Bauherren geschaffen werden, da die Firmen bescheinigen, dass der Bau oder Umbau gemäß der gesetzlichen Vorgaben durchgeführt wurde. Aus diesem Grund empfiehlt der VPB derlei Bescheinigungen sorgfältig aufzubewahren, um im Fall der Fälle einen Nachweis über die ordnungsgemäßen Sanierungs-, Modernisierungs- oder Bauarbeiten zur Vorlage bei den Behörden vorweisen zu können.

Im Allgemeinen lohnt sich die Dokumentation auch deswegen, weil der Bauherr in der Regel 5 Jahre lang Gewährleistungsansprüche geltend machen kann. Zur Ausstellung der Unternehmerbescheinigungen sind Firmen übrigens verpflichtet. Kommen diese der Ausstellungspflicht nicht nach, verzögern sie oder stellen sie fehlerhaft aus, drohen auch den Unternehmen Bußgelder bis zu 5.000 Euro. Um letzteres zu vermeiden, sollten Bauherren sich zur Baukontrolle Verstärkung ins Boot holen, etwa durch einen unabhängigen Bausachverständigen, der Planung, Bau und Bescheinigung mit kompetentem Fachwissen prüft.

Eine weitere Warnung des VPB betrifft die KfW-Mittel. Wer vorsätzlich oder wissentlich KfW-Mittel beantragt, obwohl ihm klar ist, dass sein Haus oder die geplante Modernisierungsmaßnahme nicht förderfähig ist, der sollte auf eine Anklage wegen Betrugs oder versuchten Betrugs gefasst sein. Sollten die Mittel trotzdem bewilligt und vom Bauherren verbaut werden, wird dies als vollendeter Betrug eingestuft, auf den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft folgen.


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Ein Kommentar zu Verstöße gegen die EnEV können Eigentümer teuer zu stehen kommen

  1. Philipp Alder sagt:

    Werte Damen und Herrn,
    unser Sohn hat einen Bauvertrag mit Town&County unterschrieben. Ein Energiesparrhaus ,er hat den Energiepass verlangt und nach genauer Betrachtung stellte er fest,der Ausweis ist vom 18.11.2013 und der Primärenergiebedarf liegt bei 59,4 kWh/(m2*a) ,aber der aktuelle Anforderungswert nach EnEV 2016 liegt bei 51 kWh/(m2*a).
    Er fühlt sich arglistig getäuscht,wie kann er gegen diesen Bauträger vorgehen?
    Auf Grund dieser Täuschung will er aus diesen Bauvertrag.
    Ich bitte um eine Rückmeldung .
    Mit freundlichen Grüßen Fam.Alder

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