Gagfah Immobilien sollen an die Berliner Immobiliengesellschaft GSW verkauft werden

19. September 2011 | von

Der Immobilienkonzern Gagfah, der jüngst vornehmlich durch den Rechtsstreit mit der Stadt Dresden Schlagzeilen machte, plant nun, sein Berliner Immobilienportfolio an die GSW Immobilien AG zu veräußern.

Wie die GSW und die Gagfah mitteilten, haben sich die beiden Immobilienkonzerne bereits im Rahmen einer Exklusivitätsvereinbarung auf Eckpunkte eines möglichen Verkaufs von Gagfah Immobilien an die GSW geeinigt. Dabei handelt es sich bei der geplanten Überlassung um rund 4.800 der bundesweit 155.000 Mietwohnungen der Gagfah an die GSW.

Die Wohnungen liegen in guten Berliner Lagen und sollen, nach Angaben der GSW einen Wert von rund 330 Millionen Euro besitzen. Nach Abzug aller Verbindlichkeiten wird die Gagfah jedoch nur rund 65 Millionen Euro erhalten. Ein Abschluss des geplanten Verkaufes ist vorerst jedoch noch nicht in Sicht, da der Verkauf zunächst durch das Kartellamt abgesegnet werden muss. Beide Vertragsparteien gehen jedoch davon aus, dass ein bindender Vertragsabschluss kurzzeitig erfolgen wird. In jedem Fall soll der Verkauf jedoch noch in diesem Jahr zustande kommen.

Einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ zufolge, hat die Gagfah bereits in der Vergangenheit durch den Verkauf von kompletten Wohnblocks rund 1,2 Millionen Euro erwirtschaftet, um die Liquidität des Unternehmens zu verbessern. William Brennan, Unternehmens-Chef der im MDax notierten Immobilienfirma, wehrt sich jedoch gegen die läutende Kritik, dass die Gagfah den Wohnungsbestand verkommen lasse. Dagegen führte Brennan aus, dass man circa 90 Millionen Euro in die Mietimmobilien investieren wolle. Dies entspreche einer erhöhten Investition von rund 23 Prozent je Quadratmeter und damit knapp 10 Euro mehr als im Jahr 2010, so der Gagfah-Chef. Damit scheint die Gagfah ihren angekratzten Ruf rehabilitieren zu wollen, hatten sich im Mai dieses Jahres zahlreiche Mieter der Gagfah Immobilien über Schimmelpilze, nasse Wände und steigende Mietkosten beklagt. Aber auch im Rahmen des Verdachtes, Vorstandschef Brennan betreibe Insider Handel, hatte der Immobilienkonzern negativ auf sich aufmerksam gemacht. Hinzu kommt noch der Rechtsstreit mit der Stadt Dresden, bei dem es um die Nicht-Einhaltung der ausgehandelten Sozialcharta geht.


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