Mehr Miete zahlen für den Klimaschutz

5. Oktober 2011 | von

Die von der Regierung verordneten Energiesparinvestitionen treiben Mieten in die Höhe. Die Kosten für energetische Modernisierungen sollen durch Mietsteigerungen gedeckt werden.

Die Energiewende lässt nach Aussage des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen die Mieten vor allem in Ballungsgebieten ansteigen. Immer strengere klimapolitische Vorgaben der Regierung zwingen der Immobilienwirtschaft Energiesparinvestitionen auf, welche allein durch Mietsteigerungen kaum kompensiert werden könnten. Die Bundesregierung verschärft wiederholt die Energieeinsparverordnung (EnEV) um in ihrem Energiekonzept eine Sanierungsrate von jährlich zwei Prozent des Wohnungsbestandes zu erreichen, plant jedoch – und das ist mal wieder die Ironie daran – keine ausreichenden Fördermittel mit ein.

Oftmals wird nicht einmal die im gesetzlichen Rahmen verlaufende Modernisierungsumlage von gerade mal elf Prozent erreicht. Infolge der ansteigenden Mieten würden geringverdienende Mieter aus den Innenstädten verstrieben. So schlimm wie derzeit sei es seit 30 Jahren nicht mehr gewesen, berichtet Xaver Kroner, Verbandsdirektor des Verbands bayrischer Wohnungsunternehmen. Kaum jemand baue bei diesem Aufwärtstrend noch Mietwohnungen. Mehr Unterstützung von Seiten der Politik wird erwartet. Die Vorgaben des Staates seien bis dato kaum finanzier- und umsetzbar und würden Wohnungsunternehmen und Mieter eher unnötig belasten. Erhöhungen von bis zu fünf Euro pro Quadratmeter seien für viele weder zumutbar noch bezahlbar. Besonders sozial orientierte Wohnungsunternehmen seien davon betroffen.

Kroner meint, der Staat müsse die Thematik ehrlicher anpacken und Klartext reden. Den Mietern müsse klar gemacht werden, dass sie Klimaschutz und Energiewende mitfinanzierten. Radikalere Stimmen kritisieren, dass der Staat Opfer in Form von handfesten Belastungen in der Gegenwart gegenüber einer unsicheren Entlastung in der Zukunft einfordert. Die Energiesparinvestitionen seien ineffizient und würden vor allem jene treffen, die aufgrund ihres geringen Einkommens und einer schwachen politischen Interessenvertretung dem Treiben der klimapolitischen Protagonisten am meisten ausgeliefert sind.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion

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