Mietsteigerungen in Deutschland vor allem in den Großstädten

11. Oktober 2011 | von

In vielen deutschen Städten sind die Mieten im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen. Auffällig daran ist, dass in vielen deutschen Großstädten erhebliche Preisunterschiede zwischen den einzelnen Stadtteilen bestehen.

Einer aktuellen Studie der weltweit tätigen Immobilienfirma Jones Lang LaSalle zufolge, befinden sich die Wohnungsmarktpreise von acht deutschen Großstädten in einem Aufwärtstrend. LaSalle hat die Entwicklungen auf den Wohnungsmärkten in den Städten Hamburg, München, Düsseldorf, Berlin, Frankfurt, Köln, Stuttgart und Leipzig untersucht und ist dabei auf erhebliche Preissteigerungen sowohl bei Miet- als auch bei Eigentumswohnungen gestoßen.

In Hamburg beispielsweise sind die Eigentumswohnungen im Schnitt 13,3 Prozent teurer. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Mieten von durchschnittlich sieben Prozent auf mittlerweile 9,75 Prozent pro Quadratmeter gestiegen. Die höchsten Mieten werden mit 11,70 Euro pro Quadratmeter im Bezirk Hamburg-Nord verlangt, worauf die Bezirke Eimsbüttel mit 11,20 Euro und Altona mit 11,15 Euro folgen.

Auch in München steigen die Mieten munter weiter. Laut LaSalle stiegen sie durchschnittlich auf 12,10 Euro pro Quadratmeter und damit um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Am günstigsten ist noch der Südosten Münchens mit elf Euro.
In Düsseldorf ist der Preisunterschied zwischen den Stadtteilen besonders augenfällig. Eine Wohnung im Stadtteil Oberkassel kostet beispielsweise dreimal so viel wie eine Wohnung gleicher Größe in Lierenfeld. Das geht auch aus einer aktuellen Statistik des Rings Deutscher Makler, wie die Online Plattform „RP Online“ berichtet, hervor. In den zentralen Lagen sind Preisschübe von bis zu fünf Prozent zu verzeichnen.

In Berlin und Frankfurt haben sich die Mieten im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich um sechs Prozent gesteigert. Noch deutlicher verteuert haben sich die Kaufpreise für Eigentumswohnungen. In Frankfurt um bis zu sieben Prozent, in Berlin sind es sogar zehn Prozent.

In Köln lässt sich dagegen ein recht stabiles Niveau auf dem Wohnungsmarkt feststellen. In der Innenstadt beispielsweise betrugen die Mietsteigerungen ca vier Prozent, was im Vergleich mit den anderen Großstädten einen eher unterdurchschnittlichen Anstieg bedeutet, der nur noch von Leipzig unterboten wird, wo ein geringfügiger Mietanstieg von etwa zwei Prozent ausgemacht wurde.

Im baden-württembergischen Stuttgart verteuerten sich die Mieten um durchschnittlich fünf Prozent, dabei ließen sich die höchsten Zuwachsraten in den bereits hochpreisigen Bezirken der Innenstadt sowie im Süden und Westen verzeichnen.

Höchste Mietsteigerung im 5-Jahres-Zeitraum in Trier

Um festzustellen, wie hoch die Wohnungsmieten in deutschen Städten und Kreisen sind, wertet das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) regelmäßig Wohnungsanzeigen in Tageszeitungen und auf Internetplattformen aus. Wolfgang Neußer, Projektleiter für Grundsatzfragen der Wohnungs- und Immobilienmärkte beim BBSR, äußerte dem Online Portal „volksfreund.de“ gegenüber, dass es deutschlandweit in der Stadt Trier in einem Zeitraum von 2005 bis 2010 die höchste Mietsteigerung, welche bei 21 Prozent lag, gegeben habe.

Ein gewichtiger Grund für die Preisentwicklungen in deutschen Großstädten ist der knapper werdende Wohnraum. In und um die Stadt Trier kommt als Begründung noch die Nähe zu Luxemburg hinzu, wie Anita Merten-Traut, Geschäftsführerin des Mietervereins für die Region Trier dem Online Portal „volksfreund.de“ mitteilte: „Weil in Luxemburg die Immobilienpreise sowohl beim Kauf als auch beim Anmieten noch höher sind als bei uns, zahlen die Luxemburger im grenznahen Gebiet ohne mit der Wimper zu zucken sehr hohe Mieten.“


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion

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