Mieten, News, Rechtliches | Kampf gegen Legionellen Neue Trinkwasserverordnung: Für Vermieter eine lästige Pflicht?

14. Oktober 2011 | von

In knapp zwei Wochen tritt die neue Trinkwasserverordnung in Kraft. Vermieter müssen dann jährlich ihre Warmwasseranlagen auf Legionellen untersuchen lassen. Eine gute Prävention für den Gesundheitsschutz, müsste man meinen. Viele Hauseigentümer empfinden die Kontrolle jedoch als eine zusätzliche lästige Verpflichtung. Zu aufwendig erscheinen die damit verbundenen Kosten und die Bürokratie.

Ab dem 1. November soll die vom Bund beschlossene neue Trinkwasserverordnung wirksam werden. Damit werden Hauseigentümer und Hausverwalter von Mehrfamilienhäusern mit neuen Prüf- und Anzeigepflichten konfrontiert. Einmal im Jahr müssen sie dann dafür sorgen, dass das Wasser aus dem Warmwasserkreislauf in ihrem Haus auf Legionellen untersucht wird. Wie das Internetportal „Der Westen“ berichtet, sind viele Eigentümer jedoch kaum darüber aufgeklärt, was genau da schon bald auf sie zukommt und stehen der neuen Verpflichtung somit eher negativ gegenüber.

Das besagt die neue Trinkwasserverordnung

Zur Erinnerung: Die neue Trinkwasserverordnung erklärt es zur Pflicht, dass Vermieter von Mehrfamilienhäusern, deren zentrale Anlage zur Warmwasserbereitung ein Mindestfassungsvolumen von 400 Liter hat, ihre Warmwasserbereitungsanlagen jährlich auf Legionellen untersuchen müssen. Bei Legionellen handelt es sich um Bakterien, die sich im Temperaturbereich zwischen 25 und 50 Grad im Wasser ansiedeln und bei Menschen, die sie durch kontaminiertes Wasser einatmen, Lungenerkrankungen verursachen können. Zwar gab es laut Marc-Oliver Klung vom HSK-Gesundheitsamt in den letzten zwei Jahren nur circa zehn Verdachtsfälle dafür. Die Dunkelziffer sei jedoch wesentlich größer.

Die Hausbesitzer sind dank der neuen Trinkwasserverordnung nun dazu angehalten, darauf zu achten, dass ihr Trinkwasser nicht gesundheitsgefährdend ist. Regelmäßige Untersuchungen sind Pflicht, Befunde müssen an das Gesundheitsamt gemeldet werden. Die unüberschaubaren Kosten, die sich daraus ergeben und der bürokratische Aufwand schrecken viele Vermieter jedoch ab und das Feedback zur neuen Verordnung ist eher negativ, berichtet Tim Treude, der Geschäftsführer des Eigentümervereins Haus und Grund.

Das müssen die Hauseigentümer beachten

Laut Gesetzestext muss der Hauseigentümer die Anmeldung des betreffenden Wasserspeichers „unmittelbar“ vornehmen. Weiterhin muss jährlich das Ergebnis der Legionellen-Untersuchung an das Gesundheitsamt gemeldet werden. Dazu ist es nötig, dass sowohl der Vermieter als auch der Mieter dafür sorgen, dass Mitarbeiter von entsprechenden Hygiene-Instituten einen Zugang zum Warmwasserkreislauf des Hauses bekommen um das Wasser anschließend im Labor auf Legionellen untersuchen zu können. Denn es müssen sowohl Wasserproben direkt vor und hinter dem Wasserspeicher entnommen werden als auch an der Endstelle des Speichers. Zu beachten ist, dass die Beprobungen nur von speziell akkreditierten Laboren geleistet werden, die es nicht überall gibt. Entsprechend variieren die Kosten. Eine Probe kostet im Durchschnitt um die 50 Euro, da ein Wasserkreislauf etwa drei- bis viermal beprobt werden muss, kommen allein für die Probe 150 bis 200 Euro zusammen. Weiterhin spielt die Entfernung der Immobilie zum Labor eine Rolle, weil dann entsprechende Anfahrtkosten berechnet werden. Und auch der Schwierigkeitsgrad für die Zugänglichkeit zu den Proben schlägt sich im Preis nieder. Der Vermieter kann jedoch lediglich einen Teil dieser Kosten auf den Mieter umlegen.

Bei so vielen neuen Regelungen ist es nicht verwunderlich, dass Vermieter diesen neuen Pflichten eher misstrauisch gegenüberstehen. Dr. Georg Joachim Tuschewitzki vom Gelsenkirchener Hygiene-Institut des Ruhrgebiets befürchtet, dass die neue Trinkwasserverordnung in den Köpfen der Vermieter als „lästige Pflicht“ haften bleibt und sie die Labore in erster Linie nach dem Preis auswählen. Dies wäre allerdings fatal, denn es sei wichtig, welches Labor die Proben nimmt, so der Experte weiter. Man dürfe nicht vergessen, dass es dabei um die Gesundheit der Menschen geht.

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