Friedliche Proteste gegen steigende Mieten

19. Oktober 2011 | von

Deutschlandweit steigen die Mieten immer höher. Nun haben sich tausende Menschen anlässlich einer Kampagne des Bündnisses „Mietwahnsinn stoppen“ zusammengefunden, um ganz ohne Krawalle ein Zeichen gegen die Mieterhöhungen zu setzen.

Am Samstag fand vor dem Hamburger Autonomenzentrum „Rote Flora“ ein Freiluftkonzert zum Auftakt einer Kampagne gegen den „Mietwahnsinn“ statt, welche noch die kommenden Monate andauern soll. Etwa 1.200 Menschen besuchten das Konzert und die anschließende Party, welche beide friedlich verliefen, wie „Welt Online“ berichtet. Weder Gegenstände wurden geworfen, noch Menschen verletzt. Unter dem Motto „Miete nervt! Wohnraum vergesellschaften!“ traten bei der Veranstaltung kostenlos mehrere Bands auf.

Auffällige Mietsteigerungen in ganz Deutschland

Wie bereits Mitte Oktober berichtet, sind in vielen deutschen Städten die Mieten im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen. Die Ergebnisse aus acht Großstädten dazu wurden von der weltweit tätigen Immobilienfirma Jones Lang LaSalle vorgelegt. In Hamburg beispielsweise bezahlbaren Wohnraum zu finden, erscheint schier unmöglich. Besonders betroffen sind Studenten, die ohnehin nur über ein sehr bescheidenes Budget verfügen. In der Hansestadt zahlen Studenten im Vergleich zu anderen deutschen Städten deutlich höhere Mieten, so Deutschlands Hochschulmagazin „Uniscene“. Zurückzuführen ist diese Entwicklung größtenteils darauf, dass die Einwohnerzahl in den letzten Jahren immer weiter gestiegen ist, während parallel dazu aber viel zu wenig neue Wohnungen gebaut wurden. Dieser Trend lässt sich auch in anderen Großstädten beobachten.

Eigentümer profitieren vom Wohnungsmangel

Während die Mieten unaufhörlich steigen und sich die Wohnungsnot immer mehr zuspitzt, profitiert dennoch eine Partei davon: Die Eigentümer können die Mietpreise beliebig in die Höhe treiben. Mietzahlungen von 12 Euro pro Quadratmeter sind in Hamburg keine Seltenheit mehr, erklärt der Vorsitzende des Mietervereins, Dr. Eckard Pahlke, dem Hochschulmagazin.

Es gilt abzuwarten, welche Entwicklungen die Zukunft angesichts der Frustration auf Seiten der Mieter bereithalten wird. Fakt ist, dass mehr Wohnraum geschaffen werden muss. Zu hoffen bleibt, dass die Politik aktiver wird und etwas an der verfahrenen Situation ändert.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion

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