Steinfurt: Künstlerische Gestaltung am Y-Haus

1. November 2011 | von

Das Y-Haus in Burgsteinfurt soll an Wohnwert gewinnen: Statt einfarbigem Krankenhaus-Look soll in Zukunft ein Gemälde des Berliner Graffiti-Künstlers Oliver Kray das Gebäude zieren. Damit engagiert die Steinfurter Stadtverwaltung einen echten big name der Szene.

Aus dem Y-Haus in Burgsteinfurt soll ein kleines Kunstwerk entstehen: „Wir wollten hier etwas Besonderes, einen Mehrwert schaffen“, kommentiert der Vorsitzende des Verwaltungsbeirats des Y-Hauses, Michael Huge sive Huwe, die Pläne zur Neugestaltung der Außenfassade gegenüber den Westfälischen Nachrichten. Um dem Imagewandel des Wohngebäudes auch äußerlich Gestalt zu geben, wurde die künstlerische Gestaltung der 4.500 Quadratmeter Außenwand in die Hände des Berliner Künstlers Oliver Kray gelegt. Mitte 2012 – je nach Wetterlage – soll das Y-Haus mit seiner trendigen Gestaltung neue Bewohner anlocken.

Kray, 29jähriger Künstler und Designer, startete seine Karriere recht unkonventionell: Als Jugendlicher war er mit Spraydosen bewaffnet auf Berlins Straßen auf der Suche nach Wänden und Zügen unterwegs, auf denen er sich mit seinen Graffiti-Werken verewigen konnte – natürlich nicht ganz legal. Sein Talent, die Liebe zu Farben und Gestaltung, wollte er in einen Beruf ummünzen, was dem jungen Mann auch mit Bravour gelang: Heute hat Kray sich als gefragter Fassadendesigner einen Namen gemacht. Mehr- und Einfamilienhäuser, Firmengebäude und große Mietshäuser in ganz Deutschland tragen mittlerweile die Handschrift des Berliners, auch die Britische Botschaft und Unternehmen wie SIXT oder Deutsche Bahn gehören zu seinen Kunden.

Nun also das einst nicht grade als feinste Adresse von Steinfurt verschriene Y-Haus. In den letzten fünf Jahren ist in der Mieterschaft schon ein Wandel zu erkennen, fast 70 Prozent der ehemaligen Bewohner sind weggezogen – und die neuen Mieter haben zu einer Verbesserung des Wohnumfeldes beigetragen. Für die Wohnungssuche Steinfurt hat sich der Veltruper Kirchweg 70-76 also wieder zur gefragten Adresse gemausert. Dabei war man in der Stadtverwaltung von der Idee, Kray zu engagieren, zunächst gar nicht so angetan. Erst eine Umfrage unter den Hausbewohnern gab den Ausschlag: 98 Prozent sprachen sich für die Fassadenkunst aus.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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