Angespannter Wohnungsmarkt: Münsteraner sind mobil, möchten aber nicht wegziehen

8. November 2011 | von

Fast jeder dritte Einwohner Münsters möchte in den kommenden zehn Jahren umziehen. Das könnte den bereits jetzt sehr angespannten Wohnungsmarkt zusätzlich belasten – denn nur die wenigsten wollen aus Münster wegziehen.

Der Immobilienmarkt Münster könnte in den nächsten Jahren vor neuen Herausforderungen stehen. Während derzeit vor allem neu hinzugezogene Studenten auf der Suche nach Wohnungen in Münster sind, kommt eine Studie der LBS zu dem Ergebnis, dass es in den kommenden zehn Jahren die Münsteraner selber sind, die den Wohnungsmarkt der Universitätsstadt frequentieren.

Laut der repräsentativen Umfrage „Wohnwünsche NRW 2011“ ist damit zu rechnen, dass bis zum Jahr 2021 jeder dritte Einwohner Münsters umziehen wird. Bezogen auf die Einwohnerzahl der Stadt wären dies ingesamt knapp 99.000 Umzugswillige, die auf die Suche nach einer neuen Wohnung gehen wollen. Da mit 9 Prozent der Befragten nur ein Bruchteil auch wirklich in eine andere Stadt umziehen möchte – in das Ausland will nur jeder hundertste Umfragenteilnehmer – kommen zu den 60 Prozent, die ohnehin keinen Umzug geplant haben, weitere 26 Prozent, die zwar umziehen möchten, aber dies ausschließlich innerhalb von Münster.

Umzug ja, neues Umfeld nein

Dabei förderte die Umfrage ein weiteres interessantes Detail zutage: Von denjenigen, die nur innerhalb der Stadtgrenzen bzw. des Umlandes nach einer neuen Wohnung suchen, möchten knapp 50 Prozent nach Möglichkeit nur innerhalb des angestammten Wohnviertels umziehen. Freundschaftliche Beziehungen zu Nachbarn und Umfeld sowie die gewohnte Umgebung spielen demnach weiterhin eine große Rolle im Leben der Menschen.

Dabei spielt das Alter der Betroffenen eine untergeordnete Rolle. Zwar ist der Anteil der Umzugswilligen unter jungen Singles und Paaren mit 70 Prozent größer als bei älteren Menschen, doch auch hier ist der Anteil derer, die in eine andere Stadt ziehen möchten, mit 15 Prozent vergleichsweise klein. Beziehungen zu Freunden und Nachbarn spielen demnach auch bei jüngeren Menschen eine große Rolle, allerdings unter der Bedingung, dass der Arbeitsplatz nicht allzu weit entfernt liegt.

Zu den häufig genannten Beweggründen für einen Umzug zählen neben beruflichen Gründen vor allem der gestiegene Platzbedarf bei Familien und die Unzufriedenheit mit der derzeitigen Wohnsituation.


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