Stuttgart: Weniger Auswahl zu höheren Immobilienpreisen

28. November 2011 | von

Zur Zeit in Stuttgart eine Bleibe zu suchen, kann sich mitunter schwierig gestalten: der Kauf von Einfamilienhäusern oder großen Wohnungen sowie von Mehrfamilienhäusern erfreut sich hoher Nachfrage bei geringem Angebot – was überteuerte Preise zur Folge hat.

Vor allem Familien haben es in Stuttgart im Moment nicht leicht, passenden Wohnraum zu bekommen: Größere Wohnungen oder Einfamilienhäuser sind derart gefragt, dass bei dem knappen Angebot die Kaufpreise in die Höhe schnellen. Auch in Mehrfamilienhäuser zu investieren lohnt bei der momentanen Preislage nicht. Vor allem Immobilien in Zentrumsnähe und in Stuttgarts beliebtesten Lagen sind betroffen. Wer Immobilien Stuttgart sucht, muss daher genau recherchieren und unzählige Angebote vergleichen.

Insgesamt ist ein Anstieg von 10 bis 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Einfamilienhäuser schlagen mit einer Preissteigerung von 15 Prozent zu Buche, Eigentumswohnungen gar mit 30 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Maklerunternehmens Engel & Völkers, das seine inzwischen elf Wohnimmobilien-Shops in Stuttgart und der Region untersuchte. In der Region um die Hauptstadt seien die Preise zwar noch nicht vergleichbar stark angezogen, doch auch hier gehe der Trend deutlich nach oben, so die Studie weiter.

Vor allem Familien sind betroffen

„Familien mit Kindern, die ein Einfamilienhaus in der Preisklasse bis maximal 800.000 Euro suchen, das sind die Kunden, die wir am meisten vertrösten müssen“, bestätigt Stephan-Andreas Philipp, dessen Engels & Völkers-Immobilienshop im Stuttgarter Stadtzentrum gegenüber der Stuttgarter Zeitung liegt. Bei großen Eigentumswohnungen sieht es nicht besser aus, wenn die Interessenten nicht aufs Umland ausweichen möchte.

Familien mit durschnittlichem Einkommen sind gut beraten, sich in Bad Cannstatt, Heslach im Stadtbezirk Süd oder dem Stuttgarter Osten nach Kaufimmobilien umzusehen. Die attraktiven Halbhöhenlagen sind zur Zeit kaum erschwinglich, ähnliches gilt für südliche Bezirke wie Vaihingen oder Möhringen. Preisexplosionen von bis zu sechs Millionen Euro für ein Einzelobjekt sind im Moment keine Seltenheit, wenn es um Objekte in Spitzenlagen geht. „Die hochpreisigen Objekte werden von Bevölkerungskreisen gekauft, die in Ruhestand gehen und Geld zur Verfügung haben“, beschreibt Jörg Bretschneider von der Engel-&-Völkers-Zentrale in Hamburg die Situation.

Finanzkrise nur ein Faktor für die gestiegene Nachfrage

Mit Angstkäufen wegen der Finanzkrise oder zunehmendem Platzbedarf sei dies nicht mehr zu erklären. Natürlich hab die Krise dazu beigetragen, dass Immobilien häufiger den Besitzer wechseln als vorher. „Manchmal wissen wir nicht, welcher Kunde das Objekt am Ende des Tages kriegt, da gibt es nach zehn Besichtigungen gleich fünf ernste Kaufangebote“, so Claudia Philipp, vom Wohnimmobilienbüro in Degerloch. Viele Interessenten sehen in Wohn- und Geschäftsobjekten eine gute Kapitalanlage. Als Mietshäuser versprechen die Immobilien gute Rendite. Die Spitzenpreise im gehobenen Segment erkläre dies allein allerdings nicht.

Auch Mieten werden steigen

Wie Engel & Völkers prognostiziert, wird der Preisboom auch die Mieten erreichen. Vor allem Immobilien in mittlerer Lage mit Quadratmetermieten zwischen 6,20 und 9,80 Euro würden bald anziehen. „Es besteht ein Nachfrageüberschuss. In Stuttgart könnte noch ein Potenzial von 33.000 Wohnungen vermietet werden.“


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion

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