dena: Kritik an Wärmedämmung haltlos

5. Dezember 2011 | von

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) weist die jüngst geäußerte Kritik der Medien an Wärmedämmung mit Polystyrol-Platten als haltlos und in ihrer Darstellung übertrieben zurück. Eine Dokumentation des NDR hatte die Styroporplatten als Brandbeschleuniger beschrieben. Die dena sieht andere Ursachen für die Brand-Eskalationen und entkräftet auch andere Kritikpunkte.

In den Medien macht die Meldung die Runde, die zur Wärmedämmung genutzten Polystyrol-Platten seien weit weniger geeignet als man jahrelang annahm. In einer Dokumentation der NDR wurde die Styropor-Dämmung in Versuchen gar als Brandbeschleuniger entlarvt. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) reagiert nun auf die Vorwürfe: Die Darstellungen der Wärmedämmung in den Medien seien in dieser Form haltlos. Die gezeigten Versuche bewiesen nicht die Uneignung des Polystyrols als Dämmstoff, sondern die Gefahren unsachgemäße Verarbeitung oder falscher Bauplanung. Die Medienberichte würden die Relevanz der fachkundigen Wärmedämmung zu Unrecht in Frage stellen.

„Die Gebäudedämmung ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil, um die Energieeffizienz von Gebäuden zu erhöhen, Heizenergie zu sparen und klimaschädliche CO2-Emissionen zu reduzieren“, bestätigt Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. Dabei müsse die Dämmung in ein energetisches Gesamtprojekt eingebettet werden. Einbezogen werden sollte nicht nur die Wärmedämmung der Wände, sondern auch die der Fenster und eine optimierte Gebäudetechnik, um gute Ergebnisse zu erzielen. In einem Modellprojekt konnte die dena nachweisen, dass eine Komplettsanierung den Energieverbrauch um 70 Prozent senken kann. Damit belegte der Versuch die aufgestellten Einsparprognosen. Besteht für ein Gebäude sowieso Sanierungsbedarf, kann die energetische Modernisierung auch wirtschaftlich günstig realisiert werden, wie eine Sanierungsstudie der dena belegt.

Kritik an Wärmedämmung grundlos

Die Darstellung der Wärmeisolierung mit Styroporplatten als Brandbeschleuniger weist die dena entschieden zurück. Die hohen Sicherheitsstandards in Deutschland gelten auch für den Brandschutz. Werden diese eingehalten, sei auch von keiner erhöhten Gefahr auszugehen. Natürlich gilt dies auch für die Wärmedämmung: Wenn nur die Baustoffe Verwendung finden, die die Brandschutzordnung zulässt, und Vorschriften bezüglich der Nutzung von Brandsperren an der Gebäudefassade beachtet werden, liege keine erhöhte Brandgefahr vor.

Neben der Brandschutzverordnung, die beständig aktualisiert und an den Stand der Technik angepasst wird, werden alle zugelassenen Baumaterialien einer intensiven Prüfung eines vertrauenswürdigen Instituts unterzogen. Dabei wird auch das Brandverhalten geprüft.

Wärmedämmung nur ein Faktor von vielen bei Algenbildung

Die Algenbildung, die ebenfalls in der Kritik der Medien Erwähnung findet, sei laut dena nur ein optisches Problem. Die Algen entstehen, wenn der Außenputz einer wärmegedämmten Fassade kälter ist als die umgebende Luft und sich Feuchtigkeit bildet. Dies ist aber nicht unbedingt abhängig von Wärmedämmung: Eine Reihe äußerer Faktoren wie dichter Pflanzenbewuchs in Fassadennähe oder eine verstärkte Beanspruchung durch Schlagregen ist ebenso für die Algenbildung verantwortlich.

Aber auch dieses Problem kann durch bedachte Planung vermieden werden. Neben ausreichenden Dachüberstände können Biofungizide und –algiziden in Außenputz oder-farbe sowie die Verwendung mineralischer Putzstoffe Abhilfe schaffen.

Tierschäden entstehen unabhängig von Dämmmaßnahmen

Ein weiteres Thema der Medien sind Tierschäden, vor allem verursacht von Spechten. Dabei seien Tierschäden auch an unsanierten Gebäuden zu beobachten, beispielsweise das Zerkratzen von Fassaden durch Mader, so die dena. Das Problem der durch Tiere verursachten Schäden kommt also nicht nur bei gedämmten Fassaden vor.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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