Weihnachtszeit: Auswirkungen auf die Immobilienwirtschaft

23. Dezember 2011 | von

Man würde nicht direkt darauf kommen, aber die Weihnachtszeit mit den Weihnachtsmärkten und Dekorationen hat merkliche Auswirkungen auf die Immobilienwirtschaft. Ob Büroimmobilien oder Grundstücksmarkt: Überall hinterlässt die Weihnachtszeit ihre Spuren.

Weihnachtsmarkt und die Dekoration zum Fest haben nicht nur Auswirkungen aufs Gemüt, sie beeinflussen auch zeitweilig die Entwicklungen der Wirtschaft, zu guter Letzt sogar des Immobiliensektors.

Weihnachtsmärkte beispielsweise haben sich mit ihrer über 600-jährigen Tradition zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor in deutschen Innenstädten entwickelt. Wirtschaftlich ein umkämpftes Pflaster: Wie eine Weihnachtsmärkte-Studie von IVG Research zeigt, wird der Hauptumsatz durch Imbiss und Ausschank erwirtschaftet, nicht etwa von Dekorations- und Süßwarenständen. Entsprechend findet eine Quersubventionierung zwischen Bewirtungs- und Handwerksständen statt: Dekorations- und Süßwarenverkäufer müssen niedrigere Mieten zahlen. Zur Relation: Auf dem Spandauer Weihnachtsbasar in Berlin zahlt ein Imbissbudenbetreiber nach Angaben von Cash.online dreimal so viel Miete wie ein Betreiber eines Handwerksstandes. Profiteur der Märkte ist aber auch der Einzelhandel: Der vorweihnachtliche Einkaufsboom wird verstärkt rund um Weihnachtsmärkte spürbar, da sich das Publikum dort verdichtet.

Doch den wirtschaftlichen Spill-Over-Effekt der Weihnachtszeit bemerkt auch der Immobilienmarkt. Eine Sonderauswertung im Auftrag der IVG brachte ans Licht: Im November erfreuen sich vor allem Büroimmobilien mit besonders hohen Decken einer größeren Beliebtheit. Der Grund hierfür ist simpel: In der von Weihnachtsfeiern geprägten Vorweihnachtszeit rücken bei Besichtigungsterminen auch Aspekte wie das Aufstellen eines repräsentativen Weihnachtsbaums in den Blickpunkt.

Auch der Investmentmarkt zeigt in der Adventszeit deutliche Veränderungen. Wie Untersuchungen der letzten sechs Jahre verdeutlichen, steigt im vierten Jahresquartal das Transaktionsvolumen im Schnitt um satte 40 Prozent im Vergleich zum restlichen Jahr. Es ließe sich spekulieren, ob neben der Tatsache, dass zum Jahresanfang meist rechtliche Veränderungen anstehen und Käufer gewisse Vorteile noch nutzen möchten, nicht auch die Weihnachtsstimmung an dieser Entwicklung beteiligt ist.

Möchte man es ganz genau betrachten, dann sind auch Auswirkungen auf den Grundstücksmarkt durch die Weihnachtszeit bedingt: Die durchschnittlich verkauften 29 Millionen Weihnachtsbäume jährlich werden auf einer Fläche von 41 Quadratkilometern angebaut – hier könnte eine ganze Kleinstadt stehen!

Das immobilo-Team wünscht allen Lesern eine fröhliche und besinnliche Weihnacht!


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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