Deutlich mehr Vielfalt auf dem Gasmarkt

26. Dezember 2011 | von

Die deutschen Gaskunden können bei der Wahl ihres Energieversorgers von einer immer größeren Angebotsvielfalt profitieren. So hat der Wettbewerb auf dem Gasmarkt auch in diesem Jahr bundesweit erneut zugenommen.

Nach einer aktuellen Marktanalyse des unabhängigen Verbraucherportals toptarif.de haben sich die Auswahlmöglichkeiten für private Verbraucher in den letzten drei Jahren nahezu verzehnfacht.
„Ende 2008 konnten Haushaltskunden in Deutschland im Schnitt zwischen 6 Gasanbietern wählen“, erklärt Daniel Dodt von toptarif.de. „Aktuell konkurrieren durchschnittlich 59 Wettbewerber vor Ort um die Gunst der Kunden.“ Vor einem Jahr lag die Zahl verfügbarer Alternativen noch bei 41 Anbietern, im Dezember 2009 bei lediglich 19 Unternehmen.

Wettbewerbsdichte regional stark unterschiedlich

Die größte Vielfalt gibt es derzeit mit über 70 verfügbaren Anbietern in vielen Regionen Baden-Württembergs sowie in Teilen Schleswig-Holsteins, Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens. In zahlreichen Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens und Niedersachsens haben Verbraucher hingegen deutlich weniger Auswahlmöglichkeiten. Häufig konkurrieren dort nicht mehr als 50 Wettbewerber auf den lokalen Gasmärkten.

„Zur kontinuierlichen Steigerung des Wettbewerbs tragen neben neuen Anbietern auch immer mehr lokale Stadtwerke und Grundversorger bei, die in den überregionalen Vertrieb einsteigen bzw. ihre Liefergebiete vergrößern“, so Dodt. In ihrem diesjährigen Monitoringbericht bilanziert auch die Bundesnetzagentur eine sehr dynamische Entwicklung sowohl beim Zuwachs neuer Gasanbieter als auch hinsichtlich der Ausweitung überregionaler Vertriebsaktivitäten bei zahlreichen Versorgern. Die räumlichen Unterschiede in der Wettbewerbsdichte lassen sich u.a. dadurch erklären, dass viele Gaslieferanten mit Blick auf die Ausweitung ihrer Liefergebiete zunächst einen regionalen Schwerpunkt setzen und sich auf das Umfeld ihrer Heimatregion konzentrieren.

Begünstigt wird der zunehmende Wettbewerb durch verbesserte Eintritts- und Rahmenbedingungen für Gasversorger. So sank zum Beispiel die Zahl der unterschiedlichen Marktgebiete (Regelzonen) – in denen Erdgas gehandelt und transportiert wird – zum 01. April 2011 von sechs auf drei. Zuvor fand bereits 2009 eine Reduzierung von zwölf auf sechs Regelzonen statt.

Preiswerte Wettbewerber im Durchschnitt 17 Prozent günstiger als Grundversorger

Die zunehmenden Möglichkeiten am Markt nutzen immer mehr Haushalte für einen Wechsel zu günstigeren Versorgern. Laut Bundesnetzagentur haben sich im Berichtsjahr 2010 mehr als 800.000 Haushalte für einen Wechsel des Gaslieferanten entschieden (inkl. der Wechsel zu überregionalen Wettbewerbern bei Umzug). 2009 lag die Zahl der Wechsler hingegen nur bei rund 450.000.

„Wechselwillige Haushalte können auch in der aktuellen Heizperiode in erheblichem Maße von einem Vergleich zwischen verschiedenen Produkten profitieren“, betont Daniel Dodt. Zur Verdeutlichung haben die Experten von toptarif.de die aktuellen Angebote aller Gasversorger in den 50 größten deutschen Städten ermittelt und miteinander verglichen.

Demnach werden einem vierköpfigen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh Gas rund 1.327 Euro jährlich in den preiswertesten Wahltarifen der örtlichen Grundversorger in Rechnung gestellt. Bei den günstigsten Angeboten vor Ort fallen für die gleiche Menge Gas lediglich Kosten von 1.097 Euro an. In der Spitze lassen sich in Städten wie Aachen, Gelsenkirchen, Leverkusen und Mainz mehr als 400 Euro durch einen Anbieterwechsel im ersten Jahr einsparen.


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