Studie: Mehr Fachkompetenz für Immobilienverwalter von Nöten

18. Januar 2012 | von

Eine aktuelle Studie, in Auftrag gegeben vom Verwalter-Dachverband (DDIV) und dem Europäischen Bildungszentrums der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (EBZ) und durchgeführt von dem zum EBZ zugehörigen Forschungsinstitut InWIS, zeigt nun: Die Anforderungen an Immobilienverwalter sind gestiegen, daher ist mehr Fachkompetenz für Immobilienverwalter wünschenswert.

Von Immobilienberatern wird mehr Fachkompetenz erwartet

Von Immobilienverwaltern wird mehr Fachkompetenz erwartet. Foto: istockphoto

Im vergangenen Sommer 2011 haben der DDIV und das EBZ im Rahmen der gemeinsam initiierten „Markstudie zur Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft 2011“ zu der Teilnahme an einer zusätzlichen Befragung speziell für Immobilienverwalter aufgerufen. Der rein auf die Immobilienverwalter zugeschnitte Fragebogen hat zum Ziel, Erkenntnisse zur Struktur der Branche sowie zu den Anforderungen an die Verwalter selbst zu liefern. Geschäftsführer der DDIV Martin Kaßler erläutert zu diesem Vorhaben: „Bisher fehlen verlässliche Daten. Gerade mit Blick auf die weitere Professionalisierung der Branche erhoffen wir uns hier wertvolle Hinweise. Zudem wollen wir auch das Thema der Mindestanforderungen bzw. Zugangsvoraussetzungen an die Tätigkeit des Immobilienverwalters weiter forcieren.“

Kaßler: Weitere Zugangsvoraussetzungen sinnvoll

Der Fragebogen beinhaltet Fragen zur Entwicklung in der Verwalterbranche, Kooperationen, Kommunikationsmitteln und Fachkompetenzen, so zum Beispiel auch nach den Möglichkeiten zur Weiterbildung und der Erwerbung weiterführender Qualifikationen. Das Ergebnis dieses Fragebogens ist genauso eindeutig wie aussagekräftig: Rund 75 Prozent der Teilnehmenden gaben an, dass sich die Rolle des Verwalters in den vergangenen Jahren geändert habe. Für 98 Prozent stand überdies fest, dass sich die Anforderungen an die Immobilienverwalter deutlich erhöht haben, weswegen eine solide Fachkompetenz von immer wichtigerer Bedeutung wird. Kaßler erläutert dies damit, dass Immobilien verstärkt auch als Altersvorsorge gehandelt werden. Die Sicherheit dieser Vorsorge zu gewährleisten, sei daher umso wichtiger, weswegen die Gewerbeordnung um Zugangsvoraussetzungen für den Beruf des Immobilienverwalters erweitert werden solle.

Dieser Forderung entspricht auch das Umfrageergebnis: 88 Prozent sind der Überzeugung, dass eine Grundvoraussetzung, um als Immobilienverwalter zugelassen zu werden, ein Nachweis über eine Vermögenshaftpflichtversicherung sein soll. Als Immobilienverwalter einen anerkannten immobilienwirtschaftlichen Ausbildungsweg zu beschließen, erachtet mit 79,5 Prozent der Befragten die Mehrheit als wichtig. Weiterhin sind 75 Prozent der Auffassung, mehrjährige Berufserfahrung könnte darüber entscheiden, ob Immobilienverwalter selbstständig arbeiten dürfen. Für 68 Prozent sind regelmäßige Fortbildungsnachweise ein Muss.

Wirtschaftlicher Druck steigt

Klaus Leuchtmann, Vorstandsvorsitzender der EBZ, erläuterte überdies, dass Immobilienverwalter heutzutage neben den betriebswirtschaftlichen Kernkompetenzen auch über grundlegendes bautechnisches Wissen verfügen müssen, denn „sie sollen bei Fragen der Instandhaltung und Modernisierung, insbesondere in Hinsicht auf Energieeffizienz, aussagefähig sein.“ Darüber hinaus müssen die Verwalter Experten auf dem Gebiet des Miet- und Wohneigentumsrechtes sein, was ständige Information und Weiterbildung schon dadurch verlange, da Miet- und Wohneigentumsrechte durch neue Gerichtsurteile ständigen Änderungen und Neuerungen unterliegen. Dies bringt einen steten Druck nach Professionalisierung mit sich, dem nicht alle standhalten können. Bereits 56 Prozent behaupten, dass in der Branche aktuell ein Konzentrationsprozess vor sich gehe. Ganze 80 Prozent gaben an, den wirtschaftlichen Druck zu Veränderungen ausgesetzt zu sein.

Für DDIV Geschäftsführer Kaßler bestätigt die Studie vor allen Dingen eines: Immobilienverwalter benötigen auf immer mehr Fachgebieten auch eine entsprechende Fachkompetenz. Kaßler lenkt jedoch ein, es gehe nicht um eine Bürokratisierung oder Überregulierung, sondern um das Vertrauen von Verbrauchern und eine sichere Stellung professioneller Immobilienverwalter. Allerdings betont er ebenfalls: „Wer große Verantwortung für das finanzielle Wohl von Kunden und Klienten trägt, sollte entsprechend qualifiziert sein. Gibt es klare Zugangsvoraussetzungen, dann nützt das allen ambitionierten und leistungsorientierten Immobilienverwaltern.“


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