Neue Steuerregelung für kostengünstige Vermietung an Angehörige

26. Januar 2012 | von

Viele Immobilieneigentümer vermieten Wohnungen zu vergünstigten Preisen an Familienmitglieder oder Freunde und nehmen dabei zum Teil auch Mietverluste in Kauf. Laut neuer Steuervorgabe müssen Vermieter eine Gewinnabsicht nun nicht mehr darlegen.

Seit diesem Jahr entfällt die Überschussprognose

Seit diesem Jahr entfällt die Überschussprognose. Foto: stockxpert

Wer kennt das nicht: Eltern lassen ihre Kinder zu einem äußerst günstigen Mietpreis in der Eigentumswohnung wohnen. Oder auch umgekehrt, Mutters niedrige Rente soll nicht ausschließlich für Mietkosten draufgehen, weswegen die Kinder Eltern weniger Miete für die Eigentumswohnung berechnen. An und für sich ist dies vor dem Gesetz kein Problem. Allerdings kann die verbilligte Vermietung steuerliche Konsequenzen haben – bislang wurde diesen Vermietern von Seiten der zuständigen Finanzämter unterstellt, Mietverluste bewusst hinzunehmen, was zuweilen steuerliche Fallstricke nach sich zog. So konnte die vergünstigte Vermietung Auswirkungen auf die abzuschreibenden Werbungskosten haben.

Überschussprognose entfällt

Mit einer neuen Steuervorgabe soll die Billig-Vermietung nun vereinfacht werden. Ab 2012 muss keine Überschussprognose mehr vorgenommen werden und die Unterteilung in privat veranlasste und nicht privat veranlasste Werbungskosten entfällt. Diese Änderungen sollen übrigens auch für Mietverträge, die vor 2012 abgeschlossen wurden, gelten. Die neuen Regelungen orientieren sich dabei an einer Grenze von 66 Prozent der ortsüblichen Mieten. Das bedeutet: Umfasst die veranschlagte Miete weniger als 66 Prozent der ortsüblichen Miete, erfolgt eine anteilige Kürzung der auf die vermietete Wohnung anfallenden Werbungskosten – und das ohne Prüfung einer Überschussprognose. Die Werbungskosten können in diesem Fall von den Mieteinnahmen abgezogen werden. Anders liegt der Fall, wenn der Mietpreis zwischen 66 und 99,9 Prozent der ortsüblichen Miete liegt. Dann wird dem Vermieter eine Gewinnabsicht unterstellt. Eine Überschussprognose ist demnach nicht notwendig und die Werbungskosten können gesamtheitlich abgesetzt werden.

Beseitigung von Grauzone

Damit wird eine Grauzone im alten Steuerrecht beseitigt, die bei einer ortsüblichen Miete zwischen 56 und 75 Prozent vorsieht, dass Vermieter eine Nachweispflicht über die Gewinnabsicht erbringen müssen. Beträgt die Mieteinnahme weniger, sind Aufwendungen nur anteilig absetzbar, liegt der Mietpreis darüber, sind die Werbungskosten in vollem Umfang absetzbar. Die Neuerung also, die im Steuervereinfachungsgesetz 2011 enthalten ist, trägt also, darüber sind sich die Steuerexperten einig, maßgeblich zur Vereinfachung der steuerlichen Regelungen bei. Für die Einkommensteuer 2011 können bislang noch beide Modelle angewendet werden. Hierbei sollten Vermieter prüfen, welches Rechenmodell jeweils das lohnendere ist.


Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0
Dieser Beitrag wurde unter Mieten abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.