Die Höhe der Maklerprovision beim Immobilienverkauf

27. Januar 2012 | von

Die Maklerprovision oder auch Maklercourtage ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt. Deshalb kommt es immer wieder zu Fragen: Wie hoch ist die Maklercourtage in welcher Region und wer muss die Maklerprovision zahlen: Käufer oder Verkäufer?

Die Höhe der Maklerprovision bzw. Maklercourtage beträgt bei Immobilienverkäufen in Deutschland im Allgemeinen 3 bis 6 % vom Kaufpreis der Immobilie. Dazu kommen 19 % Mehrwertsteuer, so dass tatsächlich 3,57 bis 7,14 % vom Kaufpreis als Maklercourtage incl. Mehrwertsteuer (brutto) zu bezahlen sind.

Welchen Prozentsatz die Makler üblicherweise berechnen, ist regional unterschiedlich, aber auch innerhalb einer Region ist der Prozentsatz von Makler zu Makler verschieden. Je nach Region muss entweder der Käufer die Maklercourtage alleine tragen oder der Verkäufer die Provision alleine zahlen oder sie wird zu gleichen bzw. unterschiedlichen Prozentsätzen zwischen den Parteien geteilt, was in den meisten Bundesländern der Fall ist (Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen).

In Bundesländern wie Hamburg, Berlin oder Bremen zahlt nur der Käufer einer Immobilie die Courtage. Daher werben Makler in diesen Städten gegenüber potentiellen Verkäufern gerne damit, dass die Dienstleistung des Maklers für den Verkäufer kostenfrei ist. Dabei sollte der Verkäufer aber nicht übersehen, dass zumindest der gut informierte Käufer die Maklercourtage in seiner Kalkulation mit berücksichtigen wird. Der Käufer wird also, wenn er eine Maklerprovision zahlen muss, versuchen zu verhandeln, um einen entsprechend geringeren Kaufpreis zu bezahlen.

Andererseits aber kann der Verkäufer hoffen, dass der Immobilienmakler mit seinen Kontakten zu vielen Kaufinteressenten, seiner Erfahrung und seinem Verhandlungsgeschick einen höheren Verkaufspreis realisieren kann, als den, der vom Verkäufer ohne Einschaltung eines Maklers erzielt werden könnte. Insofern kann sich die Einschaltung des Maklers durchaus für den Verkäufer lohnen, zumal der Verkäufer hier auf die Marktkenntnis des Immobilienmaklers vertrauen kann und er meistens besser die Interessen von Verkäufer und Käufer ausbalancieren kann. Ein guter Makler ist schließlich daran interessiert, einen guten Verkaufspreis zu erzielen, da sich hiernach auch die Höhe seiner Provision richtet.

Im Gegensatz zum Verkäufer, der auf die Einschaltung eines Maklers theoretisch verzichten und sein Glück mit Anzeigen in Zeitung und Internet versuchen könnte, hat der Käufer kaum eine Wahl: Er kann zwar auch versuchen, sich bei seiner Immobiliensuche auf Angebote ohne Makler zu beschränken, steht dann aber einer drastisch reduzierten Auswahl von Angeboten gegenüber. Daher wird ihm normalerweise nichts anderes übrig bleiben, als die vom jeweiligen Makler seines Wunschobjektes geforderte Courtage zu akzeptieren. Außer bei sehr teuren oder aber auch weniger begehrten Immobilien – hier hat der Immobilienkäufer in der Regel einen guten Verhandlungsspielraum, bei der Maklerprovision nach zu verhandeln.

Die Maklercourtage ist übrigens fällig, sobald der Kaufvertrag vom Notar beurkundet wurde. Der Prozentsatz der Courtage wird dabei nur von dem Kaufpreis gemäß notariellem Vertrag berechnet. Nebenkosten wie Notar, Grundbuchamt, Grunderwerbssteuer und Finanzierungskosten bleiben bei der Berechnung der Maklercourtage unberücksichtigt.

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