Düsseldorf: Nachfrage nach Immobilien steigt – die Mieten auch

31. Januar 2012 | von

Der aktuelle Mietspiegel der Arbeitsgemeinschaft des Rings Deutscher Makler (RDM) Düsseldorf zeigt: Die Miet- und Immobilienpreise sind stark angestiegen. Gleichzeitig besteht akute Wohnungsnot.

Düsseldorf: konstant steigende Preise. Foto: Uli Carthäuser  / pixelio.de

Düsseldorf: konstant steigende Preise. Foto: Uli Carthäuser / pixelio.de

Insgesamt ist die Nachfrage in Düsseldorf und Umgebung nach Wohnungen rund 20 Prozent höher als zu Beginn des letzten Jahres. Dies hat zu einer vehementen Mietpreissteigerung geführt, so betragen die Kaltmieten in Düsseldorf im Schnitt 11,50 Euro je Quadratmeter. In sehr guten Lagen wie beispielsweise Oberkassel klettert der Mietpreis je Quadratmeter auch schon mal auf 14,50 Euro. Das bedeutet eine Anhebung um bis zu 8 Prozent. Noch arger ist es um die Kaufpreise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser bestellt.

Für Eigentumswohnungen mussten Käufer rund 15 Prozent mehr Kapital aufbringen als im vorangegangenen Jahr. Kaufpreise von 3200 Euro je Quadratmeter in guten Lagen und knapp 2000 Euro pro Quadratmeter in mittleren Lagen sind keine Seltenheit. Bei den Einfamilienhäusern ergibt sich mit bis zu 7 Prozent die moderateste Preissteigerung auf dem Düsseldorfer Immobilienmarkt. Trotzdem mussten Eigenheimkäufer in guten Lagen rund 20.000 Euro mehr als noch im letzten Jahr hinblättern. Die Kaufpreise betrugen in diesem Segment rund 670.000 Euro. Gleichzeitig hat die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens mit einer akuten Wohnungsnot zu kämpfen. Dies sind die Ergebnisse des Rings Deutscher Makler (RDM) Düsseldorf.

Darüber hinaus geben die Prognosen des RDM für das laufende Jahr wenig Grund zum Aufatmen, so schätze Jörg Schnarrenberger, Vorsitzender des RMD, dass sich die Situation am Düsseldorfer Immobilienmarkt noch weiter zuspitzt. Schnarrenberger rechnet mit einer Mietpreiserhöhung von 3 bis 8 Prozent allein für dieses Jahr. Weiter erläuterte der RMD-Vorsitzende, dass die geringe Neubautätigkeit und eine höhere Nachfrage in allen Immobiliensegmenten zu einem Anstieg der Grundstücks- und Immobilienpreise
sowie der Mieten geführt haben.

Bedarf an rund 10.000 Wohnungen

Besonders bedenklich ist auch die Wohnungsnot in Düsseldorf. Grund für den mangelnden Wohnbestand sind vor allem fehlende Neubauten und eine rückläufige Zahl von Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser, die im Zeitraum von Januar 2010 bis September 2011 um 74 Prozent von 90 auf 23 Einheiten zurückging. Dies bedeutet einen Rückgang von 74,4 Prozent. Jörg Schnarrenberger mutmaßte, dass in Düsseldorf jährlich rund 1.200 Wohnungen neu errichtet werden müssten, um den Bedarf an Wohnraum zu decken. Doch auf Grund der rückläufigen Baugenehmigungen habe sich der Bedarf auf etwa 10.000 Wohnungen summiert. Der Wohnraum sei auch deswegen ungenügend, da kleinere Wohneinheiten oftmals zusammengelegt werden, um größere Quadratmeterzahlen zu erreichen. Solcherlei Wohnungen sind oftmals besser an den Mann zu bringen. Hinzu komme, so Schnarrenberger, dass die Mehrzahl der Wohnungen von lediglich 1 bis 2 Personen bewohnt werde, weswegen der Bedarf stetig wächst.

Gegenüber derwesten.de äußerte Schnarrenberger, ihm graue schon vor dem Semesterbeginn und den Zeltstädten in der Stadt, da bezahlbare Wohnungen in Düsseldorf schlichtweg fehlen. Deswegen appelliert Schnarrenberger an die Politik preiswerten Wohnraum zu schaffen. Als Lösungsweg schlug der RDM-Vorsitzende ein Modell vor, welches in München bereits umgesetzt wurde: Hier werden Investoren größerer Projekte dazu verpflichtet, in geförderten Wohnungsbau zu investieren. Des Weiteren könnte ein Ausweg aus der Wohnungsknappheit der Umbau leer stehender Büroräume sein.


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