Höher, sicherer, teurer: das neue World Trade Center

10. Februar 2012 | von

Auf dem Ground Zero in Manhatten läuft die Bauphase für ein neues Weltwirtschaftszentrum, das One World Trade Center, auf Hochtouren. Besonders die Größe des Gebäudes, top Sicherheitsstandards, aber auch politische Querelen und Bauverzögerungen führen zu horrenden Baukosten.

Auf New Yorks Ground Zero entsteht ein teures Bürogebäude. Foto: Matthias Preisinger / pixelio.de

Auf New Yorks Ground Zero entsteht ein teures Bürogebäude. Foto: Matthias Preisinger / pixelio.de

Schon jetzt verschlingt die Erbauung des One World Trade Centers Milliarden, doch mit jedem Höhenmeter steigt der Preis für das neue Weltwirtschaftszentrum weiter an. Bis zu seiner Fertigstellung wird es vermutlich das mit großem Abstand teuerste Bürogebäude seit jeher sein. Wie das Wallstreet Journal berichtete, liegt der derzeitig geschätzte Gesamtkostenaufwand mit 3,8 Milliarden US-Dollar, also etwa 2,8 Milliarden Euro, rund 700 Millionen Dollar über dem anfänglich berechneten Budget. Zum Vergleich: Das bislang höchste Gebäude der Welt, das Burj Khalifa in Dubai, kostete „nur“ 1,5 Milliarden US-Dollar demnach rund 1,1 Milliarden Euro. Insgesamt soll das Gebäude 104 Stockwerke zählen, von denen bislang im Verlauf der letzten 10 Jahre 90 Stockwerke errichtet wurden. Nun erwartet man sehnsüchtig das Ende des Jahres 2013, in dem das Gebäude schlussendlich fertig sein soll.

Steigende Mautgebühren sollen Ausgaben auffangen

Bauherr des Monsterprojektes und Eigentümer des rund 65.000 Quadratmeter großen Baugrundstücks ist die Hafenbehörde von New York und New Jersey, die Port Authority. Bereits seit zehn Jahren befindet sich eine Baustelle auf dem Ground Zero. Die Kosten für die Bauphase bekommen die New Yorker in Form von höheren Mautgebühren und geringfügigeren Investitionen in die Infrastruktur von Verkehrswegen zu spüren. Darüber hinaus herrscht inzwischen Einigkeit bei der Hafenbehörde, dass das Großprojekt mittelfristig kaum Gewinne erzielen wird, wurde der Wert des Turms bereits im Jahr 2010 bei einem Verkauf von Anteilen auf lediglich 2 Milliarden Dollar festgesetzt.

Insgesamt errichtet die Hafenbehörde auf dem Gelände vier Türme sowie eine Gedenkstätte mit Museum. Eine Gesamtinvestition von rund 11 Milliarden Euro ist prognostiziert. Auf Grund der exorbitanten Ausgaben, mussten bereits jetzt Gelder aus anderweitigen Projekten abgezogen werden, wie beispielsweise in puncto Sanierung des Flughafenterminals der Stadt. Außerdem sollen steigende Mautgebühren für Tunnel und Brücken die Mehrkosten auffangen. Dabei ist von einer Preissteigerung verteilt über drei Jahre von insgesamt 56 Prozent die Rede.

Rückbesinnung auf Kernaufgaben

Nur eines lässt die Hafenbehörde aufatmen: Die Vermietung der Büroflächen gestaltet sich bislang positiv. Bereits für 50 Prozent der zur Verfügung stehenden Gesamtquadratmeterfläche konnten Mietverträge abgeschlossen werden. Laut Wallstreet Journal befinden sich unter den Mietern zum Beispiel der Verlag Condé Nast, eine chinesische Immobilienfirma und die US-Regierung. Für die Zukunft will die Hafenbehörde sich jedoch wieder auf ihre Kernaufgaben, die Förderung der Wirtschaft und den Aufbau der Infrastruktur besinnen, so Behördenleiter Patrick Foye gegenüber dem Wallstreet Journal.


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