Was tun bei Heizungsausfällen?

13. Februar 2012 | von

Die eisige Winterperiode mit teilweise hohen Minusgraden stellt momentan für viele Mieter eine Herausforderung dar, besonders dann, wenn die Heizungsanlage defekt ist, ganz ausfällt oder Wasserrohre auf Grund mangelnder Beheizung einfrieren. Der Deutsche Mieterbund (DMB) informiert über Rechte und Pflichten von Vermietern und Mietern.

Die Heizung muss funktionieren, sonst kann der Mieter die Miete kürzen

Die Heizung muss funktionieren, sonst kann der Mieter die Miete kürzen. Foto: istockphoto

Die arktischen Temperaturen rufen derweil vor allen Dingen eines hervor: Den Wunsch nach Wärme. Wer sich nicht den Luxus leisten kann, die Wintermonate in wärmeren Gefilden zu verbringen, der ist schon froh, wenn die eigene Wohnung als ein Wärme-Wohlfühl-Paradies Schutz vor der Kälte bietet. Für viele deutsche Mieter sieht die Realität jedoch anders aus: Dick eingemummelt, zugedeckt und mit provisorischen Heizlüftern ausgestattet, müssen sie in ihren kalten, weil ungenügend beheizten Wohnungen ausharren. Öltank leer, Heizungsanlage defekt oder der Hahn vom Energieversorger wegen zu hoher Geldforderungen zugedreht, lautet hier oftmals die Diagnose. Allesamt Punkte, bei denen Vermieter in der Verantwortung stehen. Doch was tun, wenn die Wohnung dauerhaft kalt bleibt?

Heizungsausfälle berechtigen zur Mietminderung

Feststeht, dass für die Heizperiode, die Zeit also vom 1. Oktober bis 15. April, gilt, dass die Heizungsanlage eine Mindesttemperatur zwischen 20 und 22 Grad Celsius in der Wohnung bewerkstelligen muss. Eine Ausnahme von dieser Regelung gilt einzig für die Nachtzeiten zwischen 23 bzw. 24 Uhr und 6 Uhr morgens. In diesem Zeitraum ist eine Temperatur von 18 Grad Celsius ausreichend. Können diese Temperaturen nicht eingehalten werden, so liegt ein Wohnungsmangel vor, der dem Vermieter mitzuteilen ist und den dieser zu beseitigen hat. Fällt die Heizung beispielsweise bei Minusgraden komplett aus, so ist eine Mietminderung von bis zu 100 Prozent möglich. Wird lediglich eine Höchsttemperatur von 18 Grad Celsius erreicht, kann die Miete um bis zu 20 Prozent gemindert werden, so die Angaben des Deutschen Mieterbunds. Ist die Wohnung dauerhaft frostig, dann kann dies unter Umständen einen gesundheitsschädlichen Einfluss haben, womit das Recht zu einer fristlosen Kündigung des Mietverhältnisses besteht.

Auch zugefrorene Wasserleitungen sind im Winter oftmals Anlass zur Sorge und Grund für Schäden. Die Gefahr von Rohrbrüchen oder geplatzten Wasserrohren ist hierbei erhöht. Gerade weil die Versicherungen nur bei Einhaltung der üblichen Sorgfaltspflichten für derartige Schäden aufkommen, ist es unabdingbar, eine ausreichende Beheizung sicherzustellen. Das bedeutet, dass Mieter auch bei Abwesenheit dafür Sorge tragen müssen, dass die Wohnung auch bei Minusgraden ausreichend beheizt ist. Dasselbe gilt für Vermieter mit leer stehenden Wohnungen. Gerade deshalb ist ein intaktes Heizungssystem eine Grundvoraussetzung, um nicht nur warm, sondern auch unbeschadet durch den Winter zu kommen.

Mieter sind unter bestimmten Umständen handlungsberechtigt

Wie steht es jedoch dann, wenn der Mieter vergeblich versucht den Vermieter zu erreichen, der Vermieter im Urlaub ist oder sich aus der Verantwortung stehlen will? In diesen Fällen haben Mieter gegebenenfalls das Recht, selbst aktiv zu werden. Wichtig ist jedoch, dass Mieter nachweisen können, dass der Vermieter nach mehrmaligen Kontaktversuchen nicht erreichbar war, zum Beispiel durch Protokollierung und Zeugen. Bleibt der Vermieter unerreichbar, können Mieter bei Heizungsausfällen den Heizungsnotdienst bestellen, der den Schaden beseitigt. Zwar müssen Mieter hier den Kostenvorschuss leisten, die Kosten können jedoch dem Vermieter später in Rechnung gestellt werden. Sollte der Öltank leer sein, können Mieter nachbestellen, dabei sollten diese darauf achten, die derselben Firma zu bestellen, bei der sonst auch der Vermieter bestellt. Auch hierfür können die Rechnungen dafür an den Vermieter weitergeleitet werden.


Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion

Dieser Beitrag wurde unter Mieten, Ratgeber, Wohnen abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.