Adieu analoger Satellitenempfang!

15. Februar 2012 | von

Bald ist es so weit: Im April 2012 wird der analoge Satellitenempfang in Deutschland eingestellt. Rund 1,8 Millionen Haushalte müssen laut TNS Infratest-Studie noch auf den digitalen Empfang umrüsten.

Satellitenempfang wird demnächst auf digital umgestellt

Satellitenempfang wird demnächst auf digital umgestellt. Foto: stockxpert

Alle, die ihr Fernsehprogramm via Kabelfernsehen empfangen, können sich entspannt in den Fernsehsessel zurücklehnen und sich weiterhin ihr Lieblingsprogramm – analog oder digital – wie gewohnt ansehen. Anders liegt die Sache bei denjenigen, die mit einer eigenen oder gemeinschaftlich genutzten Parabolantenne oder einer Satellitenempfangsanlage die TV-Signale empfangen: Bis zum 30. April 2012 soll der analoge Satellitenempfang eingestellt und die Fernsehbilder nur noch mit digital tauglichen Geräten wiedergegeben werden.

Das bedeutet für einige Haushalte eine Nach- bzw. Umrüstung. Um genau zu sein, handelt es sich dabei um rund 1,8 Millionen Satelliten-Haushalte, wie eine Studie von TNS Infratest im Auftrag des Satellitenbetreibers ASTRA belegt. Weiteres Ergebnis ist, dass inzwischen mehr Haushalte, nämlich rund 17,5 Millionen, den Empfang via Satellit nutzen. Das sind mehr Satelliten-Gucker als es Kabel-Haushalte gibt. Deren Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr um 900.000 auf 17,3 Millionen Haushalte gesunken. Die Zahlen basieren auf dem aktuellen „TV Monitor“ aus dem Jahr 2011, in dessen Zug im November und Dezember 2011 deutschlandweit rund 6.000 Interviews durchgeführt wurden.

Des Weiteren signalisiert die Studie eindeutig, dass die Umstellung von analog auf digital in vollem Gange ist: In der ersten Jahreshälfte 2011 stellten rund 400.000 analoge Nutzer auf digital um, in der zweiten Jahreshälfte waren es bereits 800.000. Auch das Bewusstsein für die Sat-Umstellung ist durch die Medien populär geworden, so gaben 85 Prozent der Befragten an, über den Abschalt-Termin informiert zu sein.

Was muss nachgerüstet werden?

Wer sich nicht sicher ist, ob der genutzte Sat-Empfang noch analog oder bereits digital ist, der kann dies übrigens ganz leicht testen. Einfach die Videotextseite 198 auf einem der größeren TV-Sender aufrufen und nachschauen, denn dort wird die Information zum Sat-Empfang bereitgestellt sowie alles Wichtige zu Service und Umstellung.

Doch was genau muss da eigentlich umgerüstet werden? Bei den meisten Anlagen bezieht sich die Umrüstung auf die Empfangsgeräte: Da viele ältere Fernsehgeräte nicht digital-tauglich sind, müssen die analogen Satellitenreceiver durch digitale ersetzt werden. Neuere Fernsehgeräte dagegen beinhalten oftmals schon ein Modul für den digitalen Satellitenempfang. Hier lohnt also ein klärender Blick in die jeweilige Bedienungsanleitung. Weiterer Nachrüstungsbedarf kann jedoch auch für die Empfangsanlage selbst bestehen. Verfügt die Satellitenschüssel nur über einen analogen Empfangsknopf, muss dieser gegen einen digitaltauglichen ausgewechselt werden.

Umrüstung unter umständen Modernisierungsmaßnahme

Die Nachrüstungen bedeuten natürlich auch einen Kostenpunkt für analoge Sat-Inhaber. Ein neuer Receiver muss her oder Nachrüstungen an der Parabolantenne erfolgen. Diese Kosten müssen die Nutzer selbst tragen. Anders ist die Lage bei Gemeinschaftsanlagen in Mehrfamilienhäusern. Hier müssen Vermieter für sämtliche Nachrüstungen aufkommen – und zwar von der Empfangsanlage über die Anschlüsse in den einzelnen Mietwohnungen bis hin zu Erneuerungen von Antennenkabeln, falls dies notwendig ist. Zu beachten ist hierbei, dass diese Nachrüstungen für den digitalen Satellitenempfang unter Umständen als Modernisierungsmaßnahme eingestuft werden können. Dies gilt vorwiegend dann, wenn die Qualität des Empfangs verbessert oder die Programmanzahl gesteigert wurde. Daher können Vermieter für eine derartige Modernisierung bis zu 11 Prozent der Kosten auf die Jahresmiete umlegen, wie der Deutsche Mieterbund informiert.


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