Studie: Beurteilungskriterien für Nachhaltigkeit fehlen

21. Februar 2012 | von

Nachhaltige Gebäude erfreuen sich bei Investoren international großer Beliebtheit. Eine Studie der Union Invest zufolge bemängeln die europäischen Immobilienprofis jedoch das Fehlen einheitlicher Bewertungsstandard für diese Objektart.

Immobilieninvestoren wollen vermehrt auf Nachhaltigkeit setzen. Foto: Frank Radel  / pixelio.de

Immobilieninvestoren wollen vermehrt auf Nachhaltigkeit setzen. Foto: Frank Radel / pixelio.de

Viele Investoren achten beim Immobilienkauf auch auf eine Optimierung der Lebenszykluskosten der Gebäude, sprich: Nachhaltigkeit. Allerdings können die Käufer nach Ergebnis einer Studie von Union Invest kaum auf einheitliche Bewertungskriterien zurückgreifen, um den Nachhaltigkeitswert der jeweiligen Immobilie erfassen und vergleichen zu können. 167 Immobilieninvestoren in Deutschland, Frankreich und Großbritannien wurden in der repräsentativen Umfrage um ihre Einschätzung gebeten.

Nur 20 Prozent der europäischen Immobilienprofis beurteilten die Bewertungskriterien für nachhaltige Objekte in ihrem Land als eindeutig. Damit sank der ohnehin niedrige Wert im Vergleich zur Umfrage im Vorjahreszeitraum nochmals um fünf Prozent. Auch die Hierarchie der Kriterien hat sich verändert: Besonders relevant gilt der Primärenergieverbrauch, den 83 Prozent der Umfrageteilnehmer nannten, gefolgt von der Erfassung der Lebenszykluskosten (67 Prozent, im Vorjahr nur 58 Prozent). Vor allem für Deutsch scheint die aktive Optimierung der Lebenszykluskosten von großer Bedeutung, denn sie wurde von 80 Prozent der deutschen Befragten genannt. In Großbritannien (64 Prozent) und Frankreich (46 Prozent) wird dieser Aspekt weit weniger relevant eingestuft.

Die Kriterien werden von den befragten Immobilienunternehmen zumeist objektbezogen erhoben (74 Prozent), bei 32 Prozent sind sie nutzungsbezogen. Lediglich ein Viertel der Objekte wird mit einem umfassenden Portfolio ausgestattet.

Vor allem institutionelle Investoren wie Versicherungen und Pensionskassen kündigen an, vermehrt in nachhaltige Gebäude zu investieren (60 Prozent). Dabei sind Green Buildings im gleichen Maße gefragt wie nachhaltig modernisierte Objekte. Allerdings: Nur in den seltensten Fällen (unter 10 Prozent) haben Banken für nachhaltige Immobilien bei der Kreditvergabe Sonderkonditionen gewähren.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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