Elbphilharmonie Hamburg: Rechtsstreit mit HOCHTIEF droht zu eskalieren

27. Februar 2012 | von

Nach den letzten Meldungen, dass das Bauunternehmen HOCHTIEF 40 bis 50 Mitarbeiter, vor allem Ingenieure, von der Baustelle der Elbphilharmonie abgezogen hat, scheint der Rechtsstreit um Bauverzögerungen und daraus entstandene Kosten zu eskalieren: Die Stadt erwägt eine Auflösung des Vertrags mit dem Bauriesen.

Der Streit um die Elbphilharmonie geht in die nächste Runde. Foto: Lisa Schwarz  / pixelio.de

Der Streit um die Elbphilharmonie geht in die nächste Runde. Foto: Lisa Schwarz / pixelio.de

Eine unschöne Wende kündigt sich an im Rechtsstreit der Hansestadt Hamburg gegen das Bauunternehmen Hochtief. Dabei geht es unter anderem um die Klärung der Frage, ob technische Nachrüstungen an der Dachkonstruktion notwendig sind oder es sich um Bauverzögerungen handelt, deren Kosten zu Unrecht die Stadt zahlen soll. Metin Hakverdi, SPD-Obmann im parlamentarischen Untersuchungsausschuss, erwägt nun erstmals im Gespräch mit „WELT ONLINE“ die Auflösung des Vertrags zwischen Stadt und Bauunternehmen.

Vor allem die Tatsache, dass HOCHTIEF etwa ein Drittel seiner Projektmitarbeiter abgezogen hat, wird als Affront gegen die Hansestadt gewertet. Das Unternehmen hatte argumentiert, dass man mit einem längeren Baustopp rechne und daher seine Mitarbeiter zu anderen Projekten freigebe. Sobald man die Bauarbeiten wieder aufnehme, stünden die qualifizierten Arbeiter wieder zur Verfügung.

„Wir sind irritiert von dem Verhalten von Hochtief und erwarten, dass das Unternehmen schleunigst erklärt, ob es überhaupt noch gewillt und in der Lage ist weiterzubauen“, kommentiert der Sprecher der Hamburger Kulturbehörde, Enno Isermann, gegenüber „WELT ONLINE“. Man habe mit der Beauftragung der unabhängigen Bauprüfabteilung, die die Statik des Saaldaches überprüft habe, die Basis für eine zügige Wiederaufnahme der Baumaßnahmen geschaffen.

Schon länger wurde gemunkelt, die Stadt würde die Kündigung des Bauvertrages in Betracht ziehen. Nun wollte auch Senatssprecher Christoph Holstein auf Anfrage die eventuelle Auflösung des Vertrags nicht mehr explizit ausschließen.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion

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