Berliner-Immobilien-Boom

15. März 2012 | von

Immobilien in Berlin waren im Jahr 2011 begehrt wie lange nicht mehr. Dieser Trend zeichnet sich in den vorläufigen Daten des Gutachterausschusses Berlin zum Grundstücksmarkt der Hauptstadt ab.

Die Kaufimmobilien in Berlin boomen. Foto: Helga Ewert  / pixelio.de

Die Kaufimmobilien in Berlin boomen. Foto: Helga Ewert / pixelio.de

Die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Berlin, eine Abteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, hat jüngst ihre vorläufigen Daten zum Berliner Grundstücksmarkt für das Jahr 2011 vorgelegt. Daraus geht hervor, dass sämtliche Berliner Immobilienobjekte – vom Bürogebäude bis zum Mietshaus – im Jahr 2011 zu einer heiß begehrten Ware avancierten. So ist nicht nur die Anzahl der Kaufverträge rasant gestiegen – von einem Plus von 30.312 Vertragsabschlüssen im Vergleich zu 2010 ist hierbei die Rede – auch die Preise für die Berliner Immobilien haben sich merkbar erhöht. Der Anstieg der Kaufverträge umfasst ein Plus von rund 16 Prozent. Bei den Umsätzen, die durch diese Verträge erwirtschaftet wurden, schlugen beinahe 11 Milliarden Euro zu Buche, ein Anstieg zu 2010 um etwa 27 Prozent. Dieser immense Anstieg des Geldumsatzes ist wahrscheinlich der höheren Marktaktivität bei erhöhtem Flächenumsatz geschuldet.

Mietshäuser stark nachgefragt

Das Kaufinteresse an Wohn- und Geschäftshäusern ist in Berlin 2011 weiter angestiegen. Bei Miethäusern lag die Zahl der Kauffälle bei 1.035 Häusern und stieg damit um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (827 Häuser). Der durchschnittliche Kaufpreis betrug dabei rund 820 Euro je Quadratmeter (740 Euro/Quadratmeter in 2010). Die Büro- und Geschäftshäuser konnten ein Plus von 15 Prozent verzeichnen. Bemerkenswert ist hierbei besonders der Preisanstieg für derartige Immobilienobjekte. In 2010 konnte eine Büroimmobilie noch für durchschnittlich eine Million Euro erworben werden, in 2011 müssen rund 1,53 Millionen aufgebracht werden.

Im Segment der Ein- und Zweifamilienhäuser ist ein Anstieg der Kaufabschlüsse auf 3.300 Objekte und damit um neun Prozent zu bemerken. Auch hier spiegelt sich der Trend höherer Geldumsätze in 2011 wieder: 1.685 Euro je Quadratmeter wurden 2010 durchschnittlich verlangt, 2011 sind es 1.735 Euro pro Quadratmeter. Insgesamt lag der Umsatz bei rund 280.000 Euro und einem Umsatzzuwachs von 17 Prozent. Die teuersten Quadratmeterpreise wurden 2011 in Grunewald und Dahlem verlangt. Sie lagen im Schnitt in guter bis sehr guter Lage bei etwa 3.600 Euro je Quadratmeter. Der günstigste durchschnittliche Quadratmeterpreis wurde in Alt-Treptow mit einer Höhe von 1.205 Euro verlangt.

Stärkster Kaufanstieg bei Eigentumswohnungen

Mit einem Verkauf von 17.597 Wohneinheiten und einem Zuwachs von fünf Prozent zählten Eigentumswohnungen zu den am stärksten nachgefragten Immobilienobjekten und stellten 90 Prozent der gesamten Immobilienkäufe dar. Die Preissteigerung der durchschnittlichen Kaufpreise war hier jedoch moderat. Rund 140.000 Euro, 5.000 Euro mehr als im Vorjahr, kostete eine Berliner Eigentumswohnung. Dabei waren Wohnungen in Altbauten (Errichtung vor 1919) am gefragtesten und mit circa 1.810 Euro je Quadratmeter auch am teuersten. Am wenigstens wurden Wohnungen aus den Jahren 1919 bis 1948 gekauft. Rund 25 Prozent entschieden sich für Wohnungen in Bauten aus den Jahren 1949 bis 1969. Diese stellten mit 1.255 Euro je Quadratmeter die durchschnittlich günstigsten Wohnungen zum Kauf. Top-Kaufpreise mit Quadratmeterpreisen zwischen 5.000 und 10.000 Euro wurden in den Bezirken Tiergarten, Mitte, Grunewald und Wilmersdorf sowie im Ortsteil Schmargendorf erzielt. Die teuersten Quadratmeterpreise waren in Mitte sowie am Potsdamer Platz mit 13.500 Euro pro Quadratmeter bezahlt worden.

Die Verkäufe im Bereich der Neubauten fielen mit lediglich sechs Prozent zwar gering aus, bedeuteten aber auch die teuersten Immobilien mit einem durchschnittlichen Kaufpreis von 365.000 Euro und damit rund 3.200 Euro je Quadratmeter.

Anstieg auch bei den Bodenrichtwerten

Grundstücke zur Bebauung sind in Berlin nach wie vor eine Seltenheit, besonders stark ist die Nachfrage in den Innenstadtbezirken. Rund 2.503 Grundstücke wurden insgesamt 2011 verkauft (acht Prozent über dem Wert aus 2010). Die Bodenrichtwerte wurden in den Innenstadtbezirken um bis zu 10 Prozent angehoben. Teuer ist der Bodenrichtwert besonders am Potsdamer Platz, hier umfasst er 7.500 Euro. In Mitte wurde er auf 2.000 Euro angehoben.


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