Rund 22 Prozent des Einkommens für Kaltmiete

20. März 2012 | von

Etwas über ein Fünftel des monatlich zur Verfügung stehenden Nettoeinkommens deutscher Haushalte ging 2010 durchschnittlich allein für die Begleichung der Kaltmiete drauf, so die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Die Deutschen gaben 2010 rund 22 Prozent ihres Einkommens für die Kaltmiete aus

Die Deutschen gaben 2010 rund 22 Prozent ihres Einkommens für die Kaltmiete aus. Foto: istockphoto

Im Jahr 2010 betrug die Bruttokaltmiete für Mietwohnungen in Deutschland durchschnittlich rund 441 Euro, was einen Quadratmeterpreis von 6,37 Euro bedeutet. Für die warmen Nebenkosten wurden im Bundesdurchschnitt rund 1,25 Euro je Quadratmeter im Monat fällig. Die kalten Nebenkosten beliefen sich monatlich auf einem Euro pro Quadratmeter. Damit mussten 2010 im Schnitt rund 22,5 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens ausschließlich für die Bruttokaltmiete aufgebracht werden. Dies teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mit. Die Ergebnisse beruhen auf den Ergebnissen des Mikrozensus 2010.

Rentner und Alleinerziehende besonders belastet

Am härtesten trifft die Mietbelastung Rentnerhaushalte sowie Haushalte von Alleinerziehenden. So gab jeder dritte Rentnerhaushalt sogar rund 35 Prozent des verfügbaren Nettoeinkommens für die Kaltmiete aus. Der Durchschnitt lag mit 26,3 Prozent Mietbelastung über dem Bundesdurchschnitt. Besonders stark erweist sich auch die Mietbelastung in Alleinerziehenden-Haushalten, wobei sich diese mit der Zahl der Kinder noch erhöht: Bei einem Kind betrugen die Mietausgaben für die Kaltmiete rund 28,55 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens, bei zwei Kindern 30,2 Prozent und bei drei oder mehr Kindern 31,1 Prozent.

Mehr Wohnungen, mehr Eigentümer

Weiteres Ergebnis des Statistischen Bundesamtes ist, dass immer mehr Deutsche Eigennutzer von Wohneigentum sind. So stieg die Eigentümerquote von 41,6 Prozent (2006) auf 45,7 Prozent in 2010 und damit auf 16,5 Millionen Wohnungen, die von den Eigentümern selbst bewohnt wurden. Im regionalen Vergleich ergab sich, dass die Eigentümerquote im Saarland mit 63,7 Prozent am höchsten und in Berlin mit nur 14,9 Prozent am niedrigsten lag.

Darüber hinaus zeichnete sich ab, dass es im Jahr 2010 rund 676.000 (1,7 Prozent) mehr Wohnungen als in 2006 gab. Insgesamt gab es damit 40,5 Millionen Wohnungen in Deutschland. Davon wurden rund 37 Millionen Wohnungen bewohnt, 3,5 Millionen Wohnungen dagegen standen leer. Die Leerstandsquote hat sich dementsprechend von 8 Prozent im Jahr 2006 auf 8,6 Prozent im Jahr 2010 erhöht. Der Anstieg betrifft überwiegend Wohnungen im Westen der Bundesrepublik, im Osten ist Tendenz dagegen rückgängig auf Grund zahlreicher Abrisse leer stehender Gebäudekomplexe. Trotzdem liegt die Quote im Osten Deutschlands noch immer um 3,7 Prozent höher als im Westen mit einer Leerstandsquote in Höhe von 7,8 Prozent.

Durchschnittlich bewohnte 2010 jeder deutsche Bundesbürger, unabhängig ob Mieter oder Eigentümer, rund 45,2 Quadratmeter. Dabei zeigte sich, dass die Mehrzahl der Wohnungen Zweipersonenhaushalte mit im Schnitt 92 Quadratmetern waren. Gesamt betrachtet sind die Wohnungen mit 107,3 Quadratmeter im Saarland am größten und mit 72,4 Quadratmeter in Berlin am kleinsten.

Konventionelle Heizarten überwiegen

Heizöl, Fernwärme und Erdgas waren 2010 die am meisten genutzten Energieträger. Dagegen blieb die Beheizung mit regenerativen Energien auf einem niedrigen Niveau von 4,4 Prozent. Allerdings wurden in 17,6 Prozent aller Wohnungen zusätzlich zur konventionellen Heizung alternative Energieträger hinzugezogen. Dabei machten Sonnenenergie, Holz, Biomasse sowie Erd- und Umweltwärme rund 78,4 Prozent aller zusätzlich verwendeten Energiearten aus.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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