Nachfrage nach Wohneigentum steigt

27. April 2012 | von

Die Nachfrage nach Kaufimmobilien steigt dank niedriger Zinsen und steigender Mieten. Gründe für den Boom auf dem Immobilienmarkt sind außerdem die Sicherung der Altersvorsorge und Krisensicherheit, wie eine aktuelle Studie zeigt. Finanzexperten warnen jedoch davor, übereilt Kredite aufzunehmen.

Trotz der niedrigen Zinsen sollte man bei der Kreditaufnahme beim Kauf eines Hauses vorsichtig sein. Foto: Thorben Wengert/ pixelio.de

Trotz der niedrigen Zinsen sollte man bei der Kreditaufnahme beim Hauskauf vorsichtig sein. Thorben Wengert / pixelio.de

Es tut sich etwas auf dem deutschen Immobilienmarkt: Dank historisch niedriger Zinsen ist der Haus- und Wohnungskauf so verlockend wie nie. Darüber hinaus bewegen die immer weiter steigenden Mieten die Deutschen dazu, Wohneigentum zu erwerben, gleichzeitig schwindet zunehmend das Vertrauen in andere Investments wie etwa Aktien oder Anleihen. Diese Ergebnisse gehen aus der aktuellen Umfrage „Immobilienbarometer“ vom Finanzdienstleister Interhyp und dem Immobilienportal ImmobilienScout24 hervor. Die Umfrage, für die im März 2012 über 6.700 Interessenten von Kaufimmobilien befragt wurden, wird als Vergleichsstudie seit 2010 jährlich wiederholt.

So spielt Wohneigentum für die Altersvorsorge der Deutschen schon seit jeher eine bedeutende Rolle. Die Absicherung für den Ruhestand steht, den Ergebnissen der Umfrage zufolge, bei der Mehrheit der Befragten jedes Jahr ganz oben auf der Liste der Gründe für einen Immobilienerwerb, auch in 2012. Eine neue Entwicklung ist es hingegen, dass ein wachsender Anteil von 37 Prozent Mietzahlungen vermeiden möchte, die derzeit besonders in urbanen Räumen immer weiter ansteigen. 2011 gehörten dazu nur 29 Prozent der Befragten. Das historisch niedrige Zinsniveau spielt weiterhin eine große Rolle bei Kaufinteressenten: Rund 41 Prozent der Befragten gaben an, die derzeit günstigen Konditionen für Baugeld nutzen zu wollen.

Als weitere Gründe für den Immobilienerwerb wurden Krisensicherheit (29 Prozent der Befragten) sowie Unabhängigkeit vom Vermieter (28 Prozent) genannt. Rund ein Fünftel der befragten Käufer sucht derzeit eine Immobilie als reine Kapitalanlage. Ausschlaggebend ist hier vor allem, dass das Vertrauen in andere Investments kontinuierlich sinkt. So hat sich 2012 der Studie zufolge knapp jeder dritte Anleger (29 Prozent) für eine Immobilie entschieden, da er anderen Investments nicht mehr vertraut. Im Vorjahr gaben dies nur 18 Prozent der befragten Kapitalanleger an.

Angesichts des Booms auf dem deutschen Immobilienmarkt und dem großen Kaufinteresse warnen Experten jedoch vor übereilten Entscheidungen. Der Immobilienkauf berge Risiken, bei Baukrediten sei Vorsicht geboten. Zum einen sollten vor dem Abschluss eines Kredites immer die Angebote mehrerer Institute vergleichen werden, beispielsweise mit einem Kreditvergleich auf kreditvergleich24.com, zum anderen sollten die finanziellen Möglichkeiten en Detail geprüft werden. So erklärt Finanzexperte Hartmut Schwarz in einem Interview mit FOCUS Online: „Sie lesen im Moment überall von den niedrigen Immobilienzinsen. Aber die Grundregeln einer Finanzierung gelten trotz niedriger Zinsen. Es sollte zum Beispiel 20 bis 25 Prozent Eigenkapital vorhanden sein. Selbstständige sollten sich erst einmal um ihre Altersvorsorge kümmern, und dann um eine Immobilie.“


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