Studie: Deutsche sehen Wertverlust bei Immobilien weniger schlimm an als bei Aktien

2. Mai 2012 | von

Die Mehrheit der Deutschen würde einen Wertverlust ihrer Immobilie besser verschmerzen als einen Verlust im Aktiendepot, das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie. Der Grund: Immobilien bieten im Gegensatz zu Aktien einen direkten Mehrwert.

Der Kauf einer Immobilie ist mit vielen Emotionen belegt und bietet einen direkten Mehrwert

Der Kauf einer Immobilie ist mit vielen Emotionen belegt und bietet einen direkten Mehrwert. Foto: istockphoto

Dass Wertverlust nicht gleich Wertverlust ist, zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie des Immobilien- und Finanzierungsvermittlers PlanetHome AG. Selbst wenn es theoretisch um dieselbe Größenordnung geht, wären vielen Deutschen demnach Renditeeinbußen bei einer Immobilie lieber als bei Aktien. Im Rahmen der Immobilientrendstudie wurde 1.176 Personen folgende Frage gestellt: „Angenommen, Sie müssten 100.000 Euro anlegen, entweder in einer Immobilie oder in einem Aktiendepot. Bei beiden Anlagen besteht die Gefahr, innerhalb der nächsten zwei Jahre 20 Prozent Verlust zu erleiden. In welche Anlageform würden Sie lieber investieren?“ Nur 13 Prozent würden sich für Anteilsscheine entscheiden, 72 Prozent für ein Immobilieninvestment – obwohl der zu erwartende finanzielle Schaden identisch wäre.

Die Antworten würden zwei Dinge verdeutlichen, erklärt Robert Anzenberger, Vorstand der PlanetHome AG. Einerseits würde der Immobilienkauf als emotionale Investition wahrgenommen, andererseits würden Immobilien punkten, weil sie anders als Aktien einen direkten Mehrwert bieten. Immobilien sind nach Meinung des Experten die einzige Anlageform, die bei einer Eigennutzung direkt die Lebensqualität positiv beeinflusst. Die eigenen vier Wände lassen sich bewohnen, während Aktien nur im Depot liegen. „Diese Möglichkeit spielt eine entscheidende Rolle, wenn es um die Realisierung von Verlusten geht. Solange man die Immobilie nutzt, spürt man den theoretischen Wertverlust nicht“, so Anzenberger.

Immobilienexperten kennen das Paradox: Besonders eine hochwertige und teuer erkaufte Ausstattung kann bei vielen über schlechte Renditeerwartungen hinwegtrösten, selbst wenn sie der Ausgangspunkt für den Wertverlust ist. Wer sich täglich an seiner Luxuseinrichtung erfreut, muss sich über einen theoretisch schlechten Verkaufspreis nicht ärgern. Die Prioritäten liegen sowieso meist woanders: Da die Immobilie für die Mehrheit der Deutschen ein wichtiges Element der Altersvorsorge ist, kommt ein kurzfristiger Verkauf ohnehin nicht in Frage.


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