Wenig Leistung von Energieberatern

21. Mai 2012 | von
energieberater

Viele Energieberater liefern kein geeignetes Gutachten für eine gezielte Modernisierung. Foto: Konstantin Gastmann / pixelio.de

Kompetente Energieberater sind schwer zu finden, das zeigt eine Stichprobe der Stiftung Warentest. Von neun Gutachtern lieferten sieben unbefriedigende Ergebnisse.

Eine Energieberatung kann sehr sinnvoll sein, möchte man etwa wissen, ob ein Haus zu viel Energie verbraucht und wo es Sparpotential gibt – hier helfen oft die Verbraucherzentralen. Stehen hingegen ein Umbau oder Modernisierungsmaßnahmen an, sollte die Beratung schon umfassender sein. Brauchbare Beratungen scheinen in der Energiebranche jedoch Mangelware zu sein, das zeigt eine Stichprobe der Stiftung Warentest. Für die Mai-Ausgabe des „Test“-Magazins hatten die Tester exemplarisch neun Energieberater ausgewählt, um insgesamt drei verschiedene Häuser zu analysieren. Das Ergebnis ist enttäuschend: Nur zwei von ihnen lieferten eine vollständige Beratung ab.

Gutachten oft nicht genau genug

Wer eine Vor-Ort-Beratung durchführen lassen will, muss sich an einen der unabhängigen Fachleute wenden, die beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa), gelistet sind. Deren Gutachten kosten bis zu 1.000 Euro, das Bafa zahlt 300 Euro Zuschuss. Die Test-Beratungen sollten nun den Anforderungen des Bafa genügen – dafür mussten die Berater vollständige Berichte mit den entsprechenden Wirtschaftlichkeitsberechnungen abliefern und die vorgeschlagenen Maßnahmen erläutern. Dort lag das Problem. Zwar waren die ersten Besuche laut Informationen von n-tv meist noch vielversprechend, so entdeckten viele Berater beim obligatorischen Rundgang durch die jeweiligen Häuser kleine Wärmelecks und lieferten oft auch Hinweise, wie sie zu beheben wären. In den späteren Gutachten tauchten solche Spartipps jedoch nur noch selten auf. Die Stiftung Warentest rät daher: Wer nicht selbst mitschreiben will, sollte den Berater auf jeden Fall darauf hinweisen, dass er auch die kleinen Verbesserungsvorschläge berücksichtigt.

Auf Lösungsvorschläge bestehen

Auch bei thermographischen Aufnahmen mit der Wärmebildkamera ist Vorsicht geboten: Ohne eine eingehende Analyse mit konkreten Lösungsvorschlägen taugen die Bilder nicht als Grundlage für Sanierungsmaßnahmen. So muss im Bericht nicht nur stehen, welcher Bereich gefährlich rot leuchtet und somit besonders wärmedurchlässig ist, sondern auch, welche Ursachen es gibt und wie sich die Schwachstellen beseitigen lassen. Weiterhin rät die Stiftung Warentest, man solle auf ein vollständiges Gutachten mit umfangreichen Lösungsvorschlägen und Prioritätenlisten bestehen. In den meisten der getesteten Fälle fehlten darüber hinaus auch konkrete Wirtschaftlichkeitsberechnungen, in denen Kosten und Nutzen verschiedener Baumaßnahmen gegenübergestellt werden.


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