Steigende Strompreise: Verbraucherschützer alarmiert

31. Mai 2012 | von
solarenergie_dach

Solaranlagen sollen weniger gefördert und so der Strompreis für den Verbraucher gesenkt werden. Foto: Stefan Göthert/ pixelio.de

Verbraucher können nicht auf günstigere Strompreise hoffen. Die Preise werden weiter steigen, wenn der Atomausstieg und die Energiewende gelingen sollen.

Nach Einschätzung des Bundesverbands der Verbraucherzentralen werden die Strompreise weiterhin kontinuierlich steigen. In den letzten Jahren waren sie jährlich um zwei oder drei Prozent gestiegen, weshalb Verbandschef Gerd Billen laut Focus annimmt, dass dies auch weiterhin der Fall sein wird.

Der Ausbau der Stromnetze gilt als ein Verursacher der höher steigenden Kosten. Da die Stromnetze für die Energiewende ausgebaut werden müssen, fallen Mehrkosten an, die von den Stromanbietern auf die Verbraucher umgelegt werden. Von den Verbraucherschützern wird eine verbraucherfreundlichere Energiewende gefordert. Die rheinland-pfälzische CDU-Fraktionschefin Julia Klöckner bekam ein Zwölf-Punkte-Papier vorgelegt, indem die Verbraucherschützer sich für eine Förderungskürzung für Solaranlagen aussprechen, da die Umlage für Ökostrom aus Solarenergieanlagen die Stromkunden zu sehr belaste. Der Vorschlag ist, die Förderung von 24,43 Cent pro Kilowattstunde auf 15 Cent zu senken. Von der Bundesregierung ist eine moderatere Senkung auf 19,50 Cent pro Kilowattstunde geplant.

Der Bundesrat hatte die Pläne zur Kürzung der Solarförderung von bis zu 30 Prozent erst vor kurzem vorläufig gestoppt. Nun soll ein Vermittlungsausschuss über die Kürzungen beraten, gänzlich können die Pläne allerdings nicht gebremst werden, eine Abmilderung ist allerdings wahrscheinlich. Die Länder hatten die Kürzungen auch zu Gunsten der Solarfirmen abgelehnt, Billen kritisierte die Kurzsichtigkeit der Ministerpräsidenten, so Focus. Nun wird ein Kompromiss zwischen Ländern und Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) verhandelt, zum Beispiel könnten die Kürzungen nach und nach geschehen.

Um die Energiewende bewerkstelligen zu können, muss das Stromnetz stark ausgebaut werden. Das ist vor allem wichtig, um den Atomaussteig bis 2022 schaffen zu können. Der Ausbau des Stromnetzes basiert vor allem auf rund 3.800 Kilometern Stromautobahn, die Kosten von ungefähr 20 Milliarden Euro verursachen werden. Vier große Stromautobahnen werden von Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Sachsen Anhalt in Richtung Bayern und Baden-Württemberg verlaufen. Die Kosten für den Ausbau werden wahrscheinlich auf den Verbraucher umgelegt werden.


Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0
Dieser Beitrag wurde unter Energie abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.