Bauen | Neue Regelungen Gebäudesanierung – was Eigentümer beachten müssen

19. Juni 2012 | von

Momentan passiert viel in Sachen Gebäudesanierung in Deutschland. Verschiedene Urteile und Beschlüsse sollen es Immobilieneigentümern einfacher und kostengünstiger machen, ihre Immobilie zu sanieren.

Haus- und Wohnungseigentümer mit Willen zur Modernisierung oder Sanierung ihrer Immobilie sind derzeit zahlreich vorhanden. Nicht nur der Immobilienmarkt boomt, auch die Auftragsbücher der Handwerksunternehmen sind voll, Baumärkte können sich nicht über mangelnde Kundschaft nicht beklagen. Fördergelder vom Staat oder steuerliche Absetzbarkeit von Sanierungsmaßnahmen sind immer gern gesehen.

Energetische Sanierung

Für die Förderung von Solaranlagen sieht es derzeit allerdings schlecht aus. Zwar wurden die Kürzungen im Mai vorerst gestoppt, eine Einigung konnte im Vermittlungsausschuss bisher nicht erzielt werden. Die Fördermittel für Solarstrom sollen um 20 bis zu 40 Prozent gekürzt werden, dies würde sich auch auf die Immobilienbesitzer auswirken, die von ihrem Entschluss, Solarenergie zu nutzen, wieder abrücken würden. Länder mit einem wirtschaftlichen Schwerpunkt in Solarindustrie sperren sich derzeit gegen das Gesetz. Die Angst, die deutsche Solarindustrie so gänzlich zum Scheitern zu verurteilen, besteht. Grünenpolitiker Volker Beck sprach sich für die Möglichkeit einer degressiven Förderung aus.

Bund und Länder haben sich auf einen Kompromiss für die Förderung von energetischen Gebäudesanierungsmaßnahmen geeinigt, so die Koalition. Für die Förderung sollen nun 1 Milliarde Euro zur Verfügung stehen, ursprünglich waren 1,5 Milliarden Euro geplant. Auf den Bund entfallen davon rund 430 Millionen Euro, der Rest soll von Ländern und Kommunen getragen werden. Die Fördermittel wären ausschlaggebend für die Energiewende, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Stefan Müller im Focus.

Sanierungskosten von der Steuer absetzen

Immobilieneigentümer können neuen Beschlüssen zufolge einen Teil der Sanierungskosten steuerlich geltend machen. Davon profitieren die Immobilieneigentümer allerdings nur in bestimmten Fällen: Grundvoraussetzung ist die private Nutzung des Hauses oder der Wohnung durch den Eigentümer, erst dann können außergewöhnliche Belastungen von der Steuer abgesetzt werden. Als außergewöhnliche Belastung werden nach Beschluss des Bundesfinanzhofes nicht Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen im Allgemeinen gesehen, auch die Beseitigung von Baumängeln fällt nicht in diese Kategorie. Erst Sanierungsmaßnahmen, die zur Beseitigung von Mängeln ausgeführt werden, welche die Gesundheit der Bewohner beeinträchtigen, werden als außergewöhnliche Belastung deklariert und können von der Steuer abgesetzt werden. Der Sanierungsgrund darf weder vor dem Immobilienkauf bekannt oder erkennbar gewesen, noch vom Grundstückseigentümer verschuldet sein. Außerdem muss der Antragsteller auf Steuererlass nachweisen, dass realisierbare Ersatzansprüche gegen Dritte vorab geprüft wurden.


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