Mieten | Mietpreise IVD-Wohnkostenkarte soll Einschätzung des Wohnungsmarktes erleichtern

26. Juli 2012 | von

Mit einer Wohnkostenkarte will der Immobilienverband Deutschland (IVD) das bestehende Angebot an Wohnkostenanalysen ergänzt. Die Wohnkostenkarte setzt Einkommen und Miete in zehn deutschen Städten in Relation.

Die Mieten und Kaufpreise deutscher Immobilien werden bereits von etlichen Marktteilnehmern analysiert und verglichen. Nun kommt ein neuer Indikator dazu – die IVD-Wohnkostenkarte. Die Besonderheit der Wohnkostenkarte: Sie analysiert nicht nur die Miet- und Kaufpreise oder Wohnkosten in verschiedenen Regionen Deutschlands wie andere Publikationen, sondern stellt einen Bezug zwischen Wohnkosten und Einkommen her.

Die Werte der IVD-Wohnkostenkarte werden in den zehn Top-Städten in Deutschland erhoben. Bei der Analyse der Daten werden die Durchschnittsmieten der jeweiligen Region und die durchschnittlichen Nettoeinkommen der Haushalte miteinander in Beziehung gesetzt. Als Grundlage der Erhebung dienen die jeweiligen aktuellen IVD-Mietspiegel, deren Zahlen auf den ermittelten Wohnkosten für eine 70 Quadratmeter große Drei-Zimmerwohnung mittleren Wohnwerts beruhen. Die konkreten Angaben über die Durchschnittseinkommen in den jeweiligen Städten bezieht der IVD Medienberichten zu Folge von MB-Research, die aktuelle Erhebungen des Statistischen Bundesamtes beinhalten.

Wohnungsmarkt kann besser eingeschätzt werden

Durch die IVD-Wohnkostenkarte soll die Öffentlichkeit einen neuen Indikator an die Hand bekommen, um den Immobilienmarkt überblicken zu können. Ein wichtiger Faktor sei bei den anderen Publikationen immer außer Acht gelassen, erklärt Jürgen Michael Schick, der Vizepräsident von IVD. Die Miet- und Wohnkosten in den wichtigen Regionen Deutschlands würden zwar analysiert und grafisch aufgearbeitet, so dass auch erkennbar sei, wo die Mieten oder Kosten zum Erwerb einer Immobilie besonders teuer wären, allerdings würde die konkrete Belastung der Haushalte durch die Wohnkosten nicht aufgezeigt. Gerade dieser Faktor sei wichtig, um die Verhältnisse auf dem deutschen Immobilienmarkt richtig einschätzen zu können, erläutert Schick die Bedeutung der neuen IVD-Wohnkostenkarte.

Der neue Indikator erleichtert den Vergleich der realen Belastung durch die Wohnkosten in den einzelnen Städten. Nimmt man beispielsweise München und Berlin, ist die Nettokaltmiete in München im Schnitt über 4 Euro teurer. Die neuen Daten der IVD-Wohnkostenkarte zeigen allerdings, dass die Belastung der Mieter in München gar nicht viel höher ist als in Berlin. Durch das höhere Durchschnittsnettoeinkommen in München, beträgt die Aufwendung für die Wohnkosten dort rund 24 Prozent, in Berlin durchschnittlich 23 Prozent. Nach Angaben der IVD-Wohnkostenkarte liegt der Anteil der Wohnkosten am Nettoeinkommen in Deutschland insgesamt bei rund 20 Prozent. Die IVD-Erhebung soll ab sofort jährlich erscheinen.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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