Energie | Energiewende Strompreise könnten bis 2020 drastisch steigen

28. August 2012 | von

Bis zum Jahre 2020 können die Energiepreise deutlich in die Höhe schießen – mit einem Plus von 30 Prozent rechnet beispielsweise der Europachef von Vattenfall. Den Energiekonzernen zufolge sei vor allem der Staat für die steigenden Energiepreise verantwortlich. Auch könnte sich der Abschluss der Energiewende nach Einschätzung der Konzerne verzögern.

Die Energiekonzerne warnen vor steigenden Strompreisen aufgrund der Energiewende. Vattenfall-Europachef Tuomo Hatakka spricht von einer Preissteigerung von bis zu 30 Prozent bis zum Jahr 2020. Zudem fürchtet er eine längere Umstellungszeit auf erneuerbare Energien als geplant. Großprojekte wie der Bau von Offshore-Windparks würden sich verzögern und so die Phase der Energiewende verlängern.

Peter Terium, Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns RWE, weist auf die hohen Kosten der von der Regierung angestrebte Energiewende hin. Die Umstellung von Strom aus Atomkraftwerken auf erneuerbare Energien würde sich auch auf den Preis von Energielieferanten wie Kohle und Gas auswirken und damit die Energiepreise in die Höhe treiben.

Staat lässt Stromkosten steigen

Auf eine Studie von Bündnis 90/Die Grünen angesprochen, die zu dem Ergebnis kam, dass Stromkunden rund 30 Milliarden zu viel für ihren Strom bezahlen würden, reagierte Terium mit Zurückweisung. Die gesunkenen Einkaufspreise für Strom seien laut Terium dafür genutzt worden, durch den Staat verursachte Teuerungen wie staatliche Abgaben und Umlagen abzufangen. In einem Bericht der Tageszeitung „Die Welt“ schreibt Terium gut die Hälfte der Stromkosten dem Staat zu. Weiterhin entfalle knapp ein Drittel des Strompreises auf staatliche Netzentgelte, nur rund ein Viertel der Kosten würden dem Stromkonzern zugutekommen.

Hatakka schätzt die Höhe der Investitionen in die Energiewende auf 150 Milliarden in den nächsten zehn Jahren. Mit Energie-Engpässen sei aufgrund der Energiewende aber nicht zu rechnen, nur in Süddeutschland könnte es in Teilen zu Energieknappheit kommen, hier werden neue Kraftwerke benötigt.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion

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