Experten: Immobilienmarkt nicht überhitzt

2. Oktober 2012 | von

Immobilien-Experten sehen keine Blase am Wohninvestmentmarkt. Mehrere Faktoren würden sich demnach stabilisierend auf den Wohnungsmarkt auswirken.

Droht in Deutschland eine Immobilienblase? Verbraucherschützer haben erst kürzlich vor einer Überhitzung am Markt für Wohnungen und Häuser gewarnt. Markus Schmidt, Leiter des Immobiliendienstleisters AENGEVELT widerspricht den immer lauter werdenden Stimmen, die eine Immobilienblase in Deutschland und besonders im Wohninvestmentsegment befürchten. Seiner Meinung nach drohe keine Blase am Wohninvestmentmarkt. Mehrere Faktoren sprächen dagegen: Als Beispiel nennt Schmidt das Wohnungsmietniveau, das derzeit an vielen Standorten, vor allem aber in den Wachstumskernen, steigt.

Da die Wohnungsmieten in der Vergangenheit im bundesweiten Durchschnitt jedoch über einige Jahre hinweg gesunken sind, sei der aktuelle Anstieg als Nachholeffekt zu betrachten und nicht als Preisüberhitzung. Deutschland sei außerdem nach wie vor ein Mietermarkt, in dem rund 57 Prozent der Haushalte zur Miete wohnen. Dies wirke stabilisierend auf den Wohnungsmarkt. Ein weiterer stabilisierender Faktor ist laut Schmidt die weiter wachsende Wohnungsnachfrage in Folge der immer noch steigenden Anzahl an Privathaushalten. Zudem seien Immobilien in Deutschland heute vor allem durch Eigenkapital abgesichert und nicht durch überbewertete Immobilien.

Aufgrund der globalen Wirtschaftskrise sowie der Euro-Krise würden viele Investoren sichere Häfen suchen, erklärt Markus Schmidt. Wegen der wirtschaftlichen und politischen Stabilität würden viele Städte in Deutschland dazugehören, besonders Wohnimmobilien in Ballungszentren wie Berlin und München seien in den letzten beiden Jahren verstärkt in den Fokus nationaler und internationaler Investoren gerückt. Investitionsschwerpunkt waren dabei für eine lange Zeit fast ausschließlich gute bis sehr gute Lagen – infolgedessen zogen die Einstiegsfaktoren in den Spitzenlagen deutlich an.

Beobachtungen von AENGEVELT-RESEARCH zufolge haben dazu vor allem Nachfrager unter anderem aus dem Bereich der vermögenden Privatinvestoren und Family Offices beigetragen. Diese würden der Vermögenssicherung zurzeit Vorrang vor der Rendite-Performance geben, sagt Schmidt. Sie seien bereit, für Objekte in sehr guten Lagen überdurchschnittliche Kaufpreise zu zahlen. Dies könne nicht mit einer Immobilienblase wie der in den USA oder Spanien verglichen werden.


Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
Dieser Beitrag wurde unter Immobilienmarkt abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.