Energie | Strompreis Nach Erhöhung der EEG-Umlage: Energieberater für Haushalte?

16. Oktober 2012 | von

Mit fast 5,3 Cent je kWh hat die EEG-Umlage offiziell einen neuen Rekordwert erreicht. Neben der Schuldfrage wird nun diskutiert, wie die wohl folgende Preiserhöhung möglichst moderat und sozialverträglich ausfallen könnte. Umweltminister hat dafür einige Ideen.

Auf genau 5,277 Cent je Kilowattstunde steigt die auf den reinen Strompreis aufgeschlagene Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien im kommenden Jahr – 50 Prozent mehr als noch 2012. Für eine Durchschnittsfamilie mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh bedeutet dies Mehrkosten von 60 Euro jährlich. Grund ist der unerwartet hohe Zubau von Photovoltaikanlagen in Deutschland.

Bereits in den Tagen zuvor haben die Schuldzuweisungen im politischen Lager begonnen. Konstruktive Vorschläge, wie die zusätzlichen Kosten eingedämmt werden können, waren kaum darunter. Bei einem Strompreis-Treffen bei Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) wurde die Möglichkeit erörtert, die Stromkosten für die Haushalte zu senken. Eine Verminderung der Stromsteuer lehnt der Bundesminister dabei ab. Sein Vorschlag: eine kostenlose Energieberatung für Haushalte. Das Energiesparziel bis zum Jahr 2020 liegt bei zehn Prozent, durch die Beratung sieht Altmaier gute Chancen, dieses zu erreichen. Denn mit dem Einbau von Sparlampen oder abschaltbaren Steckern ließen sich im Schnitt sechs bis zwölf Prozent an Energie sparen.

kostenlose Beratung für Haushalte soll helfen

Trotzdem spricht einiges dafür, die Haushalte beim Stromsparen durch fachmännische Beratung zu unterstützen. Denn wenn die Energiewende gelingen soll, dann geht eben nichts am Stromsparen vorbei. Und die Fachleute am Runden Tisch des Ministers waren durchaus der Ansicht, dass man diesem Ziel durch einen Ausbau des Angebots an Energieberatung und gemeinsam festgelegte Regeln für die Überprüfungen näher kommen könnte.

Erst jeder zehnte Haushalt hat sich bisher in Sachen Energieeinsparung beraten lassen, lies der Minister verlauten. Das soll sich ändern. Bis zum Jahr 2020 soll jeder Haushalt eine Beratung in Anspruch genommen haben, und dies in der Regel kostenlos. Den Haushalten mit geringem Einkommen soll zusätzlich bei der Umsetzung der Maßnahmen geholfen werden.

Der Deutsche Caritasverband und der Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands, beide Teilnehmer an der Gesprächsrunde, konnten schon mit konkreten Zahlen aufwarten. Denn, das Angebot einer Energieberatung haben bisher über 80.000 Haushalte in Anspruch genommen, und die durchschnittliche Ersparnis habe immerhin bei 86 Euro pro Jahr gelegen.

Anderen Verbänden ist das nicht genug. Sie fordern Sozialtarife beim Strom, und Geringverdiener sollten beim Kauf von Haushaltsgeräten, die sparsam mit Energie umgehen, unterstützt werden.


Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
Dieser Beitrag wurde unter Energie abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Nach Erhöhung der EEG-Umlage: Energieberater für Haushalte?

  1. Dazu eine Frage:
    kann ich nach Weiergabe der EEG-Umlage durch den Stromanbieter zum 1.1.13 diesen kündigen (wenn er nur die Umlage ausschliesslich weitergab)?
    Vielen Dank für eine kurze Antwort (wenn möglich) und
    mfG
    H. Schmidt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.