Mietanstieg bei Wohnungen: Regierung ist alarmiert

19. Oktober 2012 | von

Im vergangenen Jahr sind die Mieten nicht nur in den deutschen Metropolen rasant gestiegen. Spitzenreiter war dabei Greifswald mit 10,4 Prozent. Der zuständige Minister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zeigt sich alarmiert.

In der kommenden Woche soll der Immobilienwirtschaftsbericht des Bundesbauministeriums im Kabinett beraten werden. Dabei wird es vor allem auch darum gehen, die Gründe für diese Mietsteigerungen zu finden. Sie entfallen nicht nur auf die Großstädte, zunehmend sind auch kleinere Städte davon betroffen. Greifswald ist da nur eines von vielen Beispielen. Auch in anderen Regionen mussten zweistellige Mieterhöhungen festgestellt werden. Im Durchschnitt lagen die Mieterhöhungen im Jahre 2011 im Bundesgebiet zwar „nur“ bei 2,9 Prozent; trotzdem sind sie eine der Triebkräfte für die Inflation. Deutlich höher waren die Steigerungen vor allem in den Großstädten: Bremen mit 8,8 Prozent, Freiburg mit 8,1 Prozent, Hamburg mit 7,5 Prozent und die Hauptstadt Berlin mit 7,4 Prozent halten auch weiterhin die Spitzenpositionen. Die Mietsteigerungen galten übrigens keineswegs nur für die Erstvermietung von Neubauten. Auch bei einem Mieterwechsel musste der Nachmieter oft deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Einer der Gründe ist laut Ramsauer die steigende Studentenzahl. Die doppelten Abiturjahrgänge führten dazu, dass von Studenten wesentlich mehr Wohnraum nachgefragt wird, und dies nicht nur in den Großstädten, sondern auch in den kleineren Universitätsstädten. Damit hat das Angebot nicht Schritt gehalten. Und weil Studenten mangels bezahlbarer kleiner Wohnungen auf Wohngemeinschaften ausweichen, steigt die Nachfrage eben generell und nicht nur in einem Bereich. Deshalb sind nicht nur Studenten, sondern auch alle anderen Mieter davon betroffen, wenn sie neuen Wohnraum suchen.

Die Schuld für die steigenden Mieten sieht Ramsauer aber vor allem bei den Versäumnissen im Wohnungsbau. Vielerorts sei eben jahrelang zu wenig Wohnraum neu gebaut worden, insbesondere auch in den Städten, wo man mit der höheren Nachfrage nicht gerechnet habe. Das räche sich jetzt. Preiswerter Wohnraum ist deshalb immer seltener zu finden.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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