Immobilienmarkt | Engpass auf dem Wohnungsmarkt Wohnungsmangel: Mieterbund fordert Vorgehen gegen Engpässe

25. Oktober 2012 | von

Die Wohnkosten in deutschen Großstädten und Ballungszentren befinden sich derzeit auf einem Rekordniveau und im Zuge der Energiewende droht eine weitere drastische Verteuerung der Mieten. Der Deutsche Mieterbund warnt vor einem steigenden Wohnungsmangel und fordert die Bundesregierung zum Handeln auf.

„Die Bundesregierung muss jetzt handeln und gegensteuern. Wir brauchen gesetzliche Vorgaben, insbesondere zur Begrenzung der Neuvertragsmieten, und eine Regelung, die die Kosten nach einer energetischen Modernisierung gerecht verteilt“, forderte der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB), Dr. Franz-Georg Rips, auf einer Pressekonferenz der Mieterorganisation in Hamburg. Die Bundesregierung könne jetzt vor den Problemen auf den Wohnungsmärkten nicht länger die Augen verschließen, so Rips weiter. Es reiche dabei jedoch nicht aus, die Umstände in Deutschland in „umfassenden Berichten aufzulisten“ – Mieterinnen und Mieter hätten vielmehr einen Anspruch darauf, dass Lösungen für ihre Probleme gefunden werden.

Bundesregierung gesteht Wohnungsengpass ein

Der Bericht der Bundesregierung über die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Deutschland hatte unter anderem gezeigt, dass noch nie so wenige Wohnungen, insbesondere Mietwohnungen, gebaut worden waren wie in den vergangenen drei Jahren. Zwischen 168.000 und 186.000 Wohnungen wurden pro Jahr noch neu gebaut, davon nur etwa ein Drittel Mietwohnungen, überwiegend im hohen Preissegment. Laut einer Untersuchung des Pestel-Instituts fehlen bereits heute mehr als 100.000 Mietwohnungen in den 10 Großstädten Deutschlands, so berichtet der Mieterbund.

2017 droht ein massiver Wohnungs-Fehlbestand

Bis zum Jahr 2017 werde der Fehlbestand auf 825.000 Mietwohnungen anwachsen, wenn weiterhin nicht mehr als 60.000 bis 70.000 Mietwohnungen jährlich neu gebaut werden. „Wenn wir in Großstädten, Universitätsstädten und Ballungszentren nicht auf eine neue Wohnungsnot zusteuern wollen, müssen die Fertigstellungen im Mietwohnungsbereich verdoppelt werden“, erklärte Rips. Hierzu seien verbesserte steuerliche Rahmenbedingungen und eine verstärkte Wohnungsbauförderung in Deutschland notwendig.

Auch im sozialen Wohnungsbau muss nach Ansicht des Mieterbund-Präsidenten etwas geschehen. Zwischen den Jahren 2002 und 2010 hat sich die Zahl der Sozialwohnungen nach Angaben der Bundesregierung um ein Drittel verringert, jährlich werden es 100.000 weniger, weil Preis- oder Belegungsbindungen auslaufen. So gab es zum Ende des Jahres 2010 nur noch 1,6 Millionen Sozialwohnungen in Deutschland. Dem gegenüber stehen jedoch fast 6 Millionen Haushalte, die dazu berechtigt wären, eine Sozialwohnung zu beziehen. „Wir brauchen jährlich mehr als 100.000 neue Sozialwohnungen, um den derzeitigen Schwund zu stoppen und das jetzige Niveau zu halten“, so Rips. Dazu müssten 40.000 Sozialwohnungen neu gebaut werden und darüber hinaus Belegungsbindungen aufgekauft oder Preisbindungen durch öffentliche Förderung von Modernisierungsmaßnahmen eingehandelt werden.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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