Immobilienmarkt | Freier Fall der Preise Immobilienpreise in Spanien erreichen bisherigen Tiefststand

31. Oktober 2012 | von

Während in Deutschland noch über das Entstehen einer möglichen Immobilienblase diskutiert wird, ist diese in Spanien längst geplatzt. Nach einem kontinuierlichen Fall der Immobilienpreise in den letzten Monaten steht nun amtlich fest: Die Preise sind am Boden.

Die Wirtschaftskrise hat Spanien auf allen Ebenen erfasst und treibt die Preise für Eigentum weiter in den Keller. Ein Ende des Abwärtstrends ist bislang nicht in Sicht: Immer mehr Objekte überschwemmen den Markt und drücken die Preise weiter. Bis zu 50 Prozent sei der Wert des Eigentums seit Beginn der Krise gefallen, berichtet die deutsche Tageszeitung „die Welt“.

Und die Schraube dreht sich weiter: Zu Beginn der Krise waren es vor allem Großprojekte, die Insolvenz anmelden mussten. Nun sind auch spanische Hausbesitzer gezwungen, ihr Eigentum zu veräußern. Viele Menschen haben ihre Jobs verloren, Sozialleistungen wurden gekürzt und Steuern erhöht. Die Krise, die vor allem vom Immobilienmarkt ausging, schlägt jetzt mit voller Wucht zu.

Maßlosigkeit der Boomjahre wird jetzt abgestraft

Jahrelang kannten die Immobilieninvestoren in Spanien kein Maß. Während der Boomjahre schossen vor allem an den Küsten Spaniens immer neue Objekte aus dem Boden – es wurde weit über der Nachfrage gebaut. Dementsprechend groß ist der Leerstand jetzt: schätzungsweise 800.000 unverkaufte Objekte sind es derzeit, wie „die Welt“ unter Berufung auf Angaben des spanischen Wohnungsministeriums schreibt.

Angesichts der dramatischen Lage im Land erscheint es geradezu absurd, dass ausgerechnet jetzt ein riesiger Freizeitpark im Südosten des Landes bei Murica gebaut werden soll. 1,1 Milliarden Euro wird das Projekt voraussichtlich verschlingen. Zum einen erhofft sich die Region dadurch neue Arbeitsplätze zu schaffen, zum anderen sollen so ausländische Investoren gelockt werden.

Die Balearen bleiben teuer

Doch obwohl die Preise auf ein Rekordtief gesunken sind, schrecken viele Investoren vor dem Kauf von Objekten auf dem Festland zurück – zu unsicher ist die Lage dort. Anders sieht es auf den bei vielen Deutschen beliebten Ferieninseln Mallorca, Menorca und Ibiza aus. Der Immobilienmarkt auf den Baleareninseln zeigen sich bislang vom Crash weitgehend unberührt. Hier sind die Preise kaum gefallen und auch Leerstand gibt es dort wenig.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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