Mieten | Studentenwohnheime Wohnraum für Studenten: Ramsauer will leer stehende Kasernen zu Wohnheimen umfunktionieren

19. November 2012 | von

In vielen Sudentenstädten Deutschlands wird es angesichts der doppelten Abiturjahrgänge und der Aussetzung der Wehrpflicht derzeit eng. Uni statt Bundeswehr soll es deswegen jetzt auch bei der Wohnpolitik heißen. Wegen der bevorstehenden Schließung von bundesweit 32 Kasernen schlägt Verkehrsminister Ramsauer (CSU) vor, diese als Studentenwohnheime zu nutzen.

Während die Debatte um bezahlbaren Wohnraum in deutschen Groß- und Studentenstädten noch brodelt, hat der Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung schon die Lösung parat: Die Studenten sollen in leer stehenden Kasernen einquartiert werden. Dies liegt fast schon auf der Hand, war es doch vor allem die Aussetzung der Wehrpflicht, die in diesem Jahr deutlich mehr Studenten als sonst an die Unis spülte und damit auch die Situation auf dem Wohnungsmarkt der Studentenhochburgen verschärfte.

Studentenwerk meldet Bedarf an 25.000 neuen Wohnheimplätzen an

Wie knapp der Wohnraum für Studenten mancherorts ist, macht ein Blick auf die Brennpunkte klar. Zu Semesterbeginn müssen in vielen deutschen Großstädten inzwischen Notunterkünfte errichtet werden. Auch in kleineren Studentenstädten im Süden wie beispielsweise Freiburg im Breisgau oder Regensburg ist der Mangel an günstigen Unterkünften so akut, dass in Wohnheimen Matratzenlager errichtet werden. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) fordert nach Angaben der Rheinischen Post deswegen 25.000 neue Wohnheimplätze bundesweit.

Statt komplett neue Wohnheime zu bauen, könnten die Studenten bald in den ehemaligen Kasernen der Bundeswehr unterkommen. Wie die Umnutzung genau aussehen soll, will der CSU-Minister am 27. November mit Vertretern der Studentenwerke sowie der Finanz- und Immobilienwirtschaft diskutieren.

Bund will in Baupolitik der Länder eingreifen

Hintergrund dieser Maßnahmen ist auch, dass der Bund eigentlich nicht berechtigt ist, in die studentische Wohnungspolitik der Kommunen einzugreifen. Seit der Föderalismusreform ist dies Ländersache. Um den Bau von neuen Studentenwohnungen dennoch zu fördern, möchte Ramsauer den Ländern 500 Millionen Euro aus der Bundeskasse zur Verfügung stellen, die die Länder wiederum zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus nutzen sollen.


Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion

Dieser Beitrag wurde unter Mieten abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Wohnraum für Studenten: Ramsauer will leer stehende Kasernen zu Wohnheimen umfunktionieren

  1. Karsten Aßmann-Funk | A-F-Immobilien | Lüneburg sagt:

    Nach meiner Erfahrung sind Studenten, was Immobilien und Wohnungen angeht, durchaus anspruchsvoll. Besonders die Nähe zur Uni und zum Zentrum wird immer wieder gesucht, da zahlt man auch gern mal etwas mehr. Insofern habe ich meine Zweifel, ob das Umfunktionieren von Kasernen wirklich eine Lösung ist…

  2. Pingback: Wohnraum für Studenten: Ramsauer will leer stehende Kasernen zu … | Online News Service

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.