Energie | Energiekosten Energieausweis: Pflicht soll für Transparenz sorgen

22. November 2012 | von

Mit versteckten Energiekosten beim Mieten und Kaufen von Immobilien soll ab 2013 Schluss sein. Der Energiepass wird ab nächstem Jahr Pflicht, bei Verstoß drohen hohe Bußgelder.

Bereits seit 2008 gibt es den sogenannten Energieausweis, der Mietern und Käufern einen besseren Überblick der Energiekosten verschaffen soll. In der Praxis wurde er von Vermietern und Verkäufern jedoch bislang wenig eingesetzt, denn vorgelegt werden musste er nur auf Verlagen. Ab 2013 wird das Zertifikat nun obligatorisch. Wer den Energiepass trotzdem nicht vorlegt, für den kann es teuer werden: Es drohen Bußgelder bis zu 15.000 Euro.

Um eine bessere Übersicht für die Verbraucher zu schaffen, sollen die wichtigsten Informationen bereits in der Immobilien-Anzeige stehen. Der Energieausweis soll dabei als verbindlicher Anhaltspunkt dienen und somit verhindern, dass Kosten für Heizung und Warmwasser beschönigt werden.

Pflicht zum Energieausweis als Reaktion auf EU-Richtlinien

Mit dem verpflichtenden Energieausweis ab 2013 reagiert die Bundesregierung auf eine von der EU vorgeschrieben Gebäuderichtlinien aus dem Jahr 2010. Auch in anderen EU-Staaten wie beispielsweise Österreich wird im Moment an der Implementierung der EU-Vorgaben gearbeitet. Hier wird der Energieausweis bereits ab dem 01. Dezember 2012 Pflicht. In Deutschland wird der Ausweis als zentraler Bestandteil der Energieeinsparverordnung (EnEV) umgesetzt.

Sowohl Immobilien- als auch Mieterverbände üben Kritik

Auf wenig Begeisterung stößt die EnEV aufseiten der Vermieter. In einer Stellungnahme zu den geplanten Änderungen kritisiert die Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID) das vorgesehene Kontrollsystem für den Energieausweis als übermäßig komplex. Zudem könnten gesetzlich verordnete Energieausweise nicht die Qualität einer Energieberatung erreichen, begründet der Interessensverband der Immobilienwirtschaft seine Kritik.

Auch der Deutsche Mieterbund (DMB) sieht Nachbesserungsbedarf bei der EnEV. Geneinsam mit der Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea) setzt sich der Verband deshalb für die Einführung eines Energielabels ein, das dem Verbraucher einen schnellen Überblick über die Energieeffizienz verschafft. Sinnvoll sei eine Klasseneinteilung der Energiekennwerte in Immobilienanzeigen und im Energieausweis analog zur weißen Ware, wie Lukas Siebenkotten, Direktor des DMB, vorschlägt.

Verbraucherverbände halten Bedarfsberechnung für sinnvoller

Grundsätzlich existieren zwei Modelle des Energieausweises. Berechnet werden kann entweder auf Grundlage des Bedarfs der Vormieter (Verbraucherausweis) oder auf Basis einer Experteneinschätzung (Bedarfsausweis). Obwohl Verbraucherverbände zu letzterer Variante raten, sind beide Berechnungsarten nicht unumstritten. Welche Methode sich als besser herausstellt und ob der obligatorische Energieausweis die erhoffte Transparenz für Verbraucher schafft, bleibt in jedem Fall abzuwarten.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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Ein Kommentar zu Energieausweis: Pflicht soll für Transparenz sorgen

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