Energie | Energiewende Stromnetze an den Grenzen ihrer Belastbarkeit

28. November 2012 | von

Die Energiewende beschert den Verbrauchern nicht nur hohe Stromkosten, sie bringt offenbar auch die Netze an ihre Grenzen. Wie kritisch die Situation ist, zeigt ein Bericht von Bundesnetzagentur und Kartellamt, der heute vorgestellt werden soll.

„Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Menge an Ausfallarbeit auf den verschiedenen Netzebenen mehr als verdreifacht“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur in einer vorab veröffentlichten Pressemitteilung. Dies steht für Homann im linearen Zusammenhang mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien und einem nur langsam voranschreitenden Netzausbau.

Netze sind der Energiewende nicht gewachsen

Obwohl 2011 die Investitionen in den Ausbau der Netze um 40 Millionen auf insgesamt 847 Millionen Euro erhöht wurden, hinkt die Netzinfrastruktur bei der Energiewende noch hinterher. Die Ergebnisse des Berichtes würden die Dringlichkeit zeigen, rasch eine nationale Ausbaustrategie zu vereinbaren, so Homann.

Immer mehr Verbraucher reagieren mit Anbieterwechsel

Erfreulich sei hingegen, dass die Verbraucher immer häufiger den Stromanbieter wechseln würden. 2011 hätten davon 3,8 Millionen Stromkunden gebrauch gemacht; dies stelle einen Zuwachs von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr dar. Auch der Trend, aus dem teuren Grundversorgungsvertrag zu einem anderen Anbieter zu wechseln, hält weiter an: Immerhin 17 Prozent der Haushalte haben sich inzwischen gegen den Grundversorger entschieden. Trotz dieser positiven Entwicklung appelliert Homann an die Verbraucher, ihre Verträge zu prüfen. Knapp vierzig Prozent der Haushalte seien weiterhin in der Grundversorgung und würden damit den teuersten Tarif zahlen. Gerade angesichts der angekündigten Preiserhöhungen für 2013 sei es wichtig zu prüfen, ob sich ein Wechsel lohnt.

2013 könnte für Stromkunden ein teures Jahr werden

Erst kürzlich hatten zahlreiche große Stromanbieter angekündigt, die Preise für das kommende Jahr heraufzusetzen. Einer von ihnen ist der dänische Stromriese Vattenfall, der in Deutschlands größten Städten Berlin und Hamburg Marktführer ist und auch bundesweit zu den größten Anbietern am Markt gehört. Vattenfall-Kunden, die es versäumen ihren Stromanbieter bis zum Januar 2013 zu wechseln müssen dann 13 Prozent mehr für ihren Strom zahlen, als bislang.

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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