Energie | Energiekosten Neue Heizungen braucht das Land: NRW schlägt Abwrackprämie vor

4. Dezember 2012 | von

Was in der Automobilbranche gut funktioniert hat, soll nach dem Willen der rot-grünen Regierung in NRW, auch bald die Energiesanierung vorantreiben: Gefordert wird eine Abwrackprämie für alte Heizungen.

Ins Gespräch gebracht hatte die Umweltprämie – besser bekannt als Abwrackprämie – der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grünen). Remmel betonte gegenüber der „Rheinischen Post“, dass die Konjunktur nicht an allen Stellen rund laufe und, sollte es zu einem Stützprogramm kommen, eine Abwrackprämie für alte Heizungen ideal sei.

SPD unterstützt Vorstoß und betont wirtschaftlichen Mehrwert

Auch die SPD, Koalitionspartner der Grünen in NRW, unterstützt den Vorstoß der Ökopartei. Eine solche Prämie würde zugleich die Konjunktur stärken, bekräftigte Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) die Forderung seines Grünen Kollegen. Einerseits verhelfe die Prämie den meist mittelständischen Heizungsbauunternehmen zu neuen Aufträgen, andererseits könnten Verbraucher auf lange Sicht Energiekosten sparen und somit mehr Geld für den privaten Konsum ausgeben, so Duins Erklärung.

Gelder sollen durch Rücknahme des Mövenpick-Bonuses kommen

Finanziert werden sollen die Prämien durch das Rückgängigmachen eines ermäßigten Mehrwertsteuersatzes für Hotelübernachtungen. Seit 2010 zahlen Hotelgäste demnach einen reduzierten Steuersatz von sieben Prozent für Übernachtungen. Diese Maßnahme war seinerzeit von FDP und CSU durchgesetzt worden und ist in den Augen der NRW-Regierungskoalition wenig sinnvoll. Das Geld, dass mit dem sogenannten Mövenpick-Bonus zum Fenster herausgeworfen würde, könnte so sinnvoller eingesetzt werden, sagte Remmel der Rheinischen Post.

NRW-Umweltminister stellt weitere Vorteile der Prämie heraus

Eine Prämie für ausrangierte Heizkessel sei sogar noch sinnvoller als die im Rahmen des Konjunkturpakets II eingeführte Umweltprämie für Autos, welche damals in der öffentlichen Wahrnehmung als politischer Erfolg gewertet wurde. Denn während damals zum großen Teil auch ausländische Autobauer profitiert hätten, würde eine entsprechende Prämienzahlung für alte Heizkörper in erster Linie mittelständischen deutschen Unternehmen zugutekommen, sagte der NRW-Umweltminister gegenüber der Zeitung.

Neben den wirtschaftlichen stehen natürlich auch die energetischen Vorteile neuer Heizungen im Vordergrund der geplanten Prämie. So seinen in NRW momentan 70 Prozent aller Heizungen älter als 10 Jahre. Jeder vierte Bürger des bevölkerungsreichsten Bundeslandes in Deutschland heize sogar mit Öl, führt die Rheinische Post unter Berufung auf das Landesinstitut für Wärme- und Öltechnik an.

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Über Sabine Wagner

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