Energie | Energiewende Strompreise: Unternehmen werden zu Selbstversorgern

17. Dezember 2012 | von

Nicht nur viele private Haushalte reagieren auf die drastische Erhöhung der Strompreise im nächsten Jahr mit einem Anbieterwechsel, auch Unternehmen wollen die Preissteigerungen nicht ohne Weiteres hinnehmen. Statt den Anbieter zu wechseln, nehmen sie die Stromproduktion jedoch selbst in die Hand.

Einige Unternehmen haben die Idee der eigenen Stromproduktion bereits realisiert. Zu den Pionieren gehört der Fischvertrieb „Deutsche See“, der auf die Erzeugung von eigenem Solarstrom setzt und 315 Fotovoltaikmodule auf den Dächern der Kühlanlagen installiert hat.

Immer mehr Unternehmen wollen selber Strom erzeugen

Mit der Produktion von eigenem Strom würden Kosten eingespart, erklärte Kurt Vormschlag, Energieexperte des Unternehmens, dem „manager magazin“ im Oktober. Inzwischen seien die Erzeugungskosten für Strom selbst ohne die Einsparungsvergütung, die das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bringt, geringer als die Bezugskosten.

Im Oktober dieses Jahres war die „Deutsche See“ noch die einzige Firma, die auf Selbstversorgung in Sachen Strom setzte. Jetzt ziehen nach und nach immer mehr Firmen in Erwägung, sich unabhängig von den großen Energieerzeugern zu machen. So würde inzwischen jedes dritte Unternehmen mit dem Gedanken spielen, selbst Energie zu erzeugen, sagte der Präsident der Deutschen Industrie und Handelskammer (DIHK), Hans Heinrich Driftmann der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Kosten und Versorgungssicherheit als Gründe für Selbstversorgung

Bei der Erzeugung von eigenem Strom wird neben erneuerbaren Energien von größeren Betrieben auch auf Blockheizkraftwerke gesetzt. Laut Sebastian Bolay könnten so auf Dauer bis zu 50 Prozent der Kosten eingespart werden. Dies sagte der DIHK-Energiefachmann dem „manager magazin“.

Grund für das Abkapseln vom allgemeinen Stromnetz sind aber nicht nur die finanziellen Ersparnisse, die durch die Eigenversorgung erzielt werden können, sondern auch die Versorgungssicherheit. In den vergangenen Monaten war bekannt geworden, dass die Stromnetze bisher nur ungenügend auf die Energiewende vorbereitet sind und Ausfälle immer häufiger werden. Dies ist vielen Unternehmen scheinbar zu riskant.

Energiepolitik: Wo steht Deutschland wirklich? Bundesregierung und DIHK resümieren

Wie genau die Firmen zum Thema Energiepolitik und Versorgungssicherheit stehen, wird am heutigen Nachmittag in Berlin von der DIHK bekannt gegeben. Grundlage für die Einschätzungen bildet eine Befragung von über 2300 Unternehmen deutschlandweit. Am Mittwoch folgt dann ein Bericht der Bundesregierung, indem der bisherige Verlauf der Energiewende resümiert werden soll.


Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion

Dieser Beitrag wurde unter Energie abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.